Barcelona

Kreativmetropole mit Strandanschluss

Eine Metropole mit eigenem Strand ist einfach unwiderstehlich. Dazu Berge, von deren Gipfeln sich Traumblicke über Stadt und Meer eröffnen. Ein prachtvoll konserviertes mittelalterliches Stadtviertel, in dessen verwinkelten Gassen man sich am liebsten verlieren möchte. Plus eine vor Kreativität vibrierenden Design- und Kunstszene. Museen von Weltrang und Avantgarde-Architektur von Größen wie Richard Meier, Jean Nouvel, Santiago Calatrava und Herzog & de Meuron. Kein Wunder, dass Barcelona zum Lieblingsziel junger Kosmopoliten wurde.

Das Erstaunlichste ist, dass die katalanische Hauptstadt bis vor 20 Jahren einen Ruf als eher unattraktive Industriestadt hatte. Barcelonas Erfolgsgeschichte als touristischer Magnet begann in den 90er Jahren mit den olympischen Spielen, als sich die Stadt zum Meer öffnete, aus verfallenen Lagerhäusern chice Einkaufszentren wurden, stylische Restaurants und Clubs eröffneten, ganze Stadtviertel saniert wurden. Die Wellen der Erneuerung sind seither nicht abgeebbt. Ständig verändert sich etwas. Ideen werden schnell zu Trends, die andernorts imitiert werden. Die Lust am Experiment ist überall zu spüren. Ehemalige Mitarbeiter in Adrià Ferrans Molekularküche mischen Barcelonas Restaurantszene auf. Küchenchefs wie die Brüder Roca oder Carles Abellán kreieren vielgängige Tapas-Menüs mit Geschmacksexplosionen zum Niederknien. Die Schokoladenkreationen eines Oriol Balaguer werden zur Haute Couture mit saisonal wechselnden Kollektionen.

Immer in Bewegung ist die Hotelszene. Für Aufsehen sorgte die Eröffnung des Mandarin Oriental, das mit seinem intelligenten Understatement neue Maßstäbe in der Luxushotellerie setzt. Aber auch Drei-Sterne-Häuser wie das junge Emma kommen immer einen Tick lässiger und spaciger daher. Momentan sind die coolsten Spots der Stadt die stylischen Dachterrassen-Bars der Hotels mit Pool und Panoramablick inklusive.

Die Kraft Barcelonas zur Erneuerung hat historische Wurzeln. Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Altstadt Ciutat Vella aus allen Nähten zu platzen drohte, entstand das Viertel Eixample, die „Erweiterung“, ein städtisches Utopia – schachbrettartige Wohnblocks, in der Gaudís phantasievolle Meisterwerke Akzente setzen. Barcelona ist die kosmopolitischste Stadt Spaniens, bevölkert von Immigranten aus Afrika und Asien, die hier anlanden, genau wie die jungen Kreativen aus dem Norden Europas, die mal für ein paar Monate, ein Semester an der Costa Brava arbeiten oder studieren wollen und dann einfach bleiben.

Wer will auch weg aus einer Stadt, mit dem Mittelmeer vor der Haustür, in der man sich abends am Strand auf eine prickelnde Calva trifft, noch mal kurz in die Wellen taucht, in der Arbeitsalltag und Urlaubsstimmung so nahtlos ineinander übergehen?