Marrakech

Es war einmal in... Marrakech

Marrakech ist ein Wort aus der Sprache der Berber und soll „Das Land Gottes“ bedeuten. Genau überliefert ist das nicht, aber dass Marrakech mit seinen zauberhaften Gebäuden, den bunten Märkten und freundlichen Bewohnern etwas Göttliches hat, darüber sind sich Kreative und Besucher einig. Im Jahre 1925 schwärmte Hugo von Hofmannsthal von Marokkos Perle des Südens als dem „Paris der Sahara“ und wollte damit die einzigartige Mischung von Weltstadt und Exotik ausdrücken. Dieser Mix ist so magisch, berauschend und inspirierend, dass die in eine riesige Palmeraie gebettete „rote“ Stadt seit Jahren einen touristischen Hype erlebt. Doch trotz der zahlreichen modernisierten Riads und Hotels, der vielen entstehenden luxuriösen Geschäfte und Restaurants verteidigt Marrakech im Herzen seine kulturelle Tradition tapfer und sichert sich damit seine einzigartige Faszination des orientalischen Märchens.

Wer möchte nicht einmal das orientalische Märchen erleben, scheint uns doch der Orient durch die Geschichten aus „Tausendundeine Nacht“ einerseits so vertraut, andererseits so geheimnisvoll. Diese Sammlung aus Erzählungen steht für etwas, was wir Mitteleuropäer nur schwer in Worte fassen können. Ali Baba und die vierzig Räuber, Aladin und die Wunderlampe oder Scheherazade sind wie viele der Märchen aus 1001 Nacht noch heute der Inbegriff für die Kunst des Geschichtenerzählens und versetzen uns in die ganze Farbenpracht und den Zauber des Orients. So ist es ein Traum vieler, einmal selbst in diese Welt der Exotik, abseits unseres organisierten Alltags, abzutauchen – und sei es nur für ein paar Tage. Was zunächst undenkbar erscheint, liegt nur ein paar Flugstunden von uns entfernt: Marrakech.

Die Perle des Südens spiegelt die ganze Vielfalt orientalischen Lebens wieder, in kaum einer anderen Stadt kann man die Gegensätze so hautnah erleben wie hier: In der Medina, der Altstadt, mit ihren engen Gassen findet man die bunten Märkte sowie prachtvolle Paläste und Ruinen aus glanzvollen Zeiten. Die geheimnisvollen Souks gleichen einem in der Hitze pulsierendem Organismus, die Adern gefüllt mit elegant gekleideten Marokkanern, jungen Mädchen im Mini-Rock, Jeans oder Kaftan, Bettlern, Gauklern, selbsternannten Führern, Marktschreiern, Handwerkern, Wasserverkäufern und Nomaden aus der Wüste neben kamerabehängten Touristengruppen.

Angrenzend an die Palmeraie liegen die Viertel der Wohlhabenden vor den majestätischen Stadtmauern, mit Blick auf die Kulisse der schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas. Und es gibt auch die Boomtown Marrakech. Immer mehr Einkaufszentren und Edelshops entstehen in den modernen Vierteln und auf die wachsende Anzahl der Touristen und des anstürmenden Jetsets antwortet Marrakech mit neuen traumhaften Hotels und zauberhaften Riads, den früheren Herrenhäusern, die oft zu Hotels umgestaltet werden und generell nur wenige Zimmer besitzen. Man kann sich kaum vorstellen, wie wundervoll diese Stadthäuser hinter ihren dicken Mauern und unauffälligen Türen gestaltet sind. Es offenbaren sich prachtvolle Innenhöfe, genannt Patio, oft mit Springbrunnen, die das Herz eines Riads bilden. Alle Räume sind nach dem Patio ausgerichtet, selten gibt es auch Fenster auf die Straße hinaus. Auf den wunderschön dekorierten und begrünten Dachterrassen sitzt man gemütlich unter freiem Himmel und genießt einen herrlichen Panoramablick über die Dächer der Medina.