Palma de Mallorca

Himmelblau statt Wintergrau

Man sollte sich Palma vom Meer her nähern. Die Stadtsilhouette kann dann ihre ganze Pracht entfalten. Machtvoll erhebt sich die Kathedrale oberhalb der Renaissance-Festungsmauern. Sa Seu gehört zu den bedeutendsten gotischen Sakralbauten Europas, obwohl ihr die himmelstürmenden Türme fehlen. Daneben erhebt sich der Palau de S'Almudaina, dahinter die Türme der Adelspaläste, auf denen nach den ankommenden Handelsschiffen Ausschau gehalten wurde, denen Palma seinen Reichtum verdankt.

Natürlich wählen wir den bequemen und schnellen Weg mit dem Flieger. Palma ist in rund zwei Stunden von allen großen deutschen Flughäfen zu erreichen, die Taxifahrt zum Hotel dauert gerade einmal 15 Minuten. Entspannter kann man einen City-Trip kaum starten. Ruckzuck tauscht man das Wintergrau gegen einen Kaffee unter blauem Himmel auf der Plaça Mercat, oder einen Stadtspaziergang in der warmen Wintersonne entlang der Strandpromenade, gegen einen Shoppingbummel in den Gassen rund um den Passeig des Born. Palma hat die größte geschlossene Altstadt Europas. Ihre anmutigen Plätze, plätschernden Brunnen und reich geschmückten Patios wollen entdeckt werden. Die kleinen gepflasterten Gässchen verlaufen auf den Fundamenten der ehemaligen arabischen Medina, ein Labyrinth, in dem man sich einmal verlieren muss.

Überall eröffnen chice Läden und Restaurants. Angesagte Tapas-Bars schießen wie Pilze aus dem Boden. So essen zu gehen, passt gut zum Zeitgeist. Es ist leger, man kann sich alles teilen, viele unterschiedliche Gerichte probieren. Die Stimmung ist großartig und relaxt. Palma ist kosmopolitisch und es sind nicht zuletzt die zugezogenen Neubürger, die einen speziellen Vibe in die Balearenhauptstadt bringen. Der Norweger John Egil steht hinter den hippen Coffee-Shops Fibonacci, zwei Schweden führen einen großartigen Concept Store mit traumhaften Interiors. Die schönen Fincas, die von Nord- und Mitteleuropäern erworben werden, müssen schließlich im passenden lässig-coolen Look eingerichtet werden. Neue kleine Stadthotels sind wahre Refugien, die Mallorca als Massentourismusziel vergessen lassen. Sie liegen perfekt, um zu Fuß auf Entdeckungstour zu gehen. Kosmopolitisch ist auch die Kunstszene. Lebendig und spannend. Galeristen und Künstlerateliers können an die Tradition des großen Joan Miró anknüpfen, der seine letzten 27 Lebensjahre in Cala Major verbrachte. Und wo kann man schon nach einem ausgedehnten Stadtbummel direkt an den Strand? In die Sonne blinzeln, den dümpelnden Booten zuschauen, einen prickelnden Cava trinken und entspannen.