Farol Hotel Cascais

Short Break.... in Portugal

 Ein chic designtes Hotel an der portugiesischen Atlantikküste, nur eine knappe halbe Stunde von Lissabon entfernt. In Gehweite ein lebhaftes hübsches Städtchen, dazu  Surferstrände und ein spektakulär schöner Naturpark in der Umgebung: Das Designhotel Farol bietet die perfekte Basis für ein abwechslungsreiches Wochenende. Lazy Sunday Afternoon. Auf einer Pool-Liege dösen, bestens versorgt mit einem Glas kühlen Weißweins. Sich in den weiten Blick über den Atlantik vertiefen, am Horizont die Frachter vorbeiziehen lassen. Wind kommt auf, Wellen brechen sich an der Felsenküste, die Gicht schäumt viele Meter hoch, verschafft denen, die nah genug an der Felskante liegen, eine kleine unfreiwillige Abkühlung. Wir sind an der portugiesischen Atlantikküste im Hotel Farol in Cascais 25 Kilometer westlich von Lissabon, dem wohl feinsten Badeort Portugals, wo der Adel seine Villen baute, das portugiesische Königshaus seinen Sommersitz hatte. Eine dieser Sommervillen in exponierter Lage hoch über den Klippen beherbergt das 33-Zimmer-Hotel. Das ehemalige Herrenhaus des Grafen von Cabral bekam einen coolen modernen Glasanbau und zeigt beispielhaft, was auch das Städtchen Cascais heute ausmacht: einen spannungsreichen Mix von Alt und Neu.

Lounge und Bar sind ganz in Schwarz gehalten, werden in den Abendstunden von eigenwilligen Schirmlampen, die mit ihrer amorphen Form an geheimnisvolle Meereswesen erinnern, in warmes Licht getaucht. Samtbezogene Louis-Seize-Sessel mit überlebensgroßen Porträtfotografien auf der Rückenlehne bringen Glamour. Portugiesische Fashion-Designer wie Ana Salazar und Fátima Lopez gestalteten die Zimmer. Manche in monochromem Weiß, minimalistisch und gradlinig. Anderen verschafft kräftiges Rot und Schwarz einen dramatischen Auftritt. Traumschön ist der Blick aus den raumhoch verglasten, übers Eck gebauten Juniorsuiten aufs Meer und die Klippen. Der Glasanbau beherbergt das Restaurant The Mix, in dem eine besonders feine mediterrane Küche serviert wird. Frischer Atlantikfisch kommt mit einem Püree aus schwarzen Bohnen an der Seite, das Ganze geschmacklich abgerundet mit der säuerlichen Frische von Orangenfilets. Das Sushi Design ist das Reich von Nuande Pekel aus Rio. Nuande ist ein kreativer Sushi-Koch und erstklassiger Surfer, der bei portugiesischen und brasilianischen Surf-Meisterschaften regelmäßig Preise abräumt. Von ihm gibt es die besten Tipps für Surfstrände und wo gerade die besten Windverhältnisse herrschen. Als GM hält Ana Maria Tavares die Fäden in der Hand. Die Portugiesin war lange Jahre in Asien, hat die Destination-Spas von Chiva-Som und Six Senses maßgeblich kreiert. Für das Farol hegt sie neue Pläne, will einen sehr speziellen kleinen Spa bauen lassen mit einem außergewöhnlichen holistischen Konzept, der Ende des Jahres eröffnen soll.

Cascais selbst und seine unmittelbare Umgebung laden zu vielfältigen Aktivitäten ein. In wenigen Minuten erreicht man vom Hotel aus den lebhaften Ortskern. Passiert den Leuchtturm (portugiesisch ‚Farol’), der dem Hotel den Namen gab und der heute in einem modernen Anbau ein sehenswertes Museum beherbergt, in dem man Überraschendes rund um das Thema Leuchtfeuer erfahren kann. Schlendert dann am Yachthafen und der Ehrfurcht einflößenden Zitadelle entlang, die das Zentrum der Seefahrernation Portugal vor Angriffen schützte. Innerhalb der Festungsmauern haben Künstler in strahlend weißen Gebäuden ihre Ateliers. Sollte die Tür geöffnet sein, ist man auf einen Atelierbesuch eingeladen. Auf rot markierten Fahrradwegen lässt es sich an der Küste zu einem der schönsten Windsurferspots Portugals radeln. Die feinsandige Praia do Guincho ist mit ihren meterhohen Wellen und dem starken böigen Wind allerdings nur was für Könner. Unterwegs wirft man einen Blick in den ‚Höllenschlund’, eine in Jahrtausenden ausgehöhlte Felsformation, die Gicht zu speien scheint und dabei schauerliche Laute von sich gibt.

Highlights sind das nahe Sintra mit seinem Nationalpark und dem Palast von Pena. Ein Sehnsuchtsziel für Spätromantiker wie Lord Byron und Richard Strauss.  Der Palast von Pena gilt als das Neuschwanstein Portugals, auf vergleichbaren Andrang muss man sich einstellen. Trotzdem sollte man sich den Besuch nicht entgehen lassen. Ferdinand von Sachsen-Gotha, der durch Heirat König von Portugal wurde, lebte hier seine Träume aus, erweiterte das ehemalige Kloster zu einem farbenprächtigen Palast. Der König, so exzentrisch wie visionär, vereinte nicht nur die unterschiedlichsten Kunststile, Romanik, Gotik, Renaissance, Manuelinik, sein Palast ist auch eine große Verbeugung vor religiöser Toleranz. Überall lassen sich Embleme der Weltreligionen entdecken. Der Halbmond, buddhistische Mönchfiguren, hinduistische Tempel und das ursprüngliche Kloster, wo er seine persönlichen Gemächer hatte.  Schon die Anfahrt durch den Landschaftspark über schmale Kopfsteinpflastersträßchen gesäumt von mächtigen moosbewachsenen Mauern, die sich hoch zum Palast winden, bietet ein besonderes Erlebnis. Schöner wäre es, den Anstieg zu Fuß zu meistern und die Grotten, Statuen und wertvollen Bäume aus aller Welt zu bewundern, die im besonderen Mikroklima des Nationalparks prächtig gedeihen.

Lissabon liegt fast vor der Tür. Die Hauptstadt Portugals an der Mündung des Tejo, auf sieben Hügel gebaut, deren prachtvolle Bauten und Plätze beredtes Zeugnis ablegen von der glanzvollen Zeit, als Portugal mächtigste Seefahrernation der Welt war, kühne Kapitäne mit ihren Karavellen anlandeten, beladen mit Schätzen und Gewürzen aus aller Welt. Lissabon erreicht man mit einem Vorortzug oder  - mit größerem Fun-Faktor - mit dem Speedboot entlang des felsigen Ufers mit seinen vorgelagerten Festungen. Dann begrüßt einem das Wahrzeichen der Hauptstadt: der berühmte Torre von Belém. Nach Belém muss man ohnehin, um sich in die endlose Schlange einzureihen vor der berühmten Confeitaria nahe dem Kloster (http://pasteisdebelem.pt/). Hier gibt es nur eine einzige Spezialität, die nach einem 180 Jahre alten, streng gehüteten Geheimrezept zubereitet wird: die Pastéis de Belém. Mit Vanillecreme gefüllte knusprige Blätterteigtörtchen, die lauwarm serviert so köstlich schmecken, dass sie auch die weiteste Reise lohnen.

 

http://farol.com.pt