Mauritius - Tropical Hotspots

Weisse geschwungene Sandstrände gesäumt von Palmen, ein in zahllosen Smaragdtönen schimmerndes Meer, Wellen, die sanft an die Küste rollen. Duft von Frangipani in der Luft. Dazu Luxushotels, die jeden Komfort bieten. Willkommen im Paradies...

Mauritius löst verlässlich all die Sehnsuchtsbilder vom tropischen Paradies ein – und bietet doch jenseits von Sonne, Sand und Stränden so viel mehr. Auch wenn es schwer fällt, den luxuriösen Kokon der Resorts zu verlassen, in denen man wirklich gepampert wird: Es lohnt sich, auf Entdeckungstour zu gehen. Auf eine Fahrt durch den unentdeckten wilden Süden, den mächtige erloschene Vulkane prägen; sich mit der mauritischen Geschichte vertraut zu machen, die diesen einzigartigen kulturellen Mix geschaffen hat, der Mauritius so faszinierend macht.

Über weite Strecken gleicht die Landschaft im Süden einem Garten Eden mit Bananen- und Ananasstauden, Litschi- und Mangobäumen. Allein 35 verschiedene Sorten Mangos werden kultiviert. Daneben liegt eine Schonung, in der junge Palmen gezogen werden. Fünf Jahre müssen die Pflänzchen wachsen, bevor ihr Herz groß genug ist für den köstlich frischen Palmherzensalat schlechthin die mauritische Delikatesse. Schmale kurvige Straßen winden sich hoch in den Black River Gorges National Park. Auf einer Plattform bietet sich ein spektakulärer Ausblick auf den mit 828 Metern höchsten Berg der Insel, den Piton de la Petite Rivière Noire, auf steil abfallende, von undurchdringlicher Vegetation bedeckte Hänge, eine Landschaft ohne Stra- ßen, ohne erkennbare Eingriffe von Menschen. Atemlos beobachtet man die pfeilschnellen weißen Pailles en Queue, Wappenvögel der Air Mauritius, die sich mit einer unfassbaren Eleganz und Rasanz die Schluchten hinunterstürzen. Garantiert dienten sie als Modell für die Flugbewegungen in James Camerons 3D-Spektakel Avatar. Erdgeschichtlich ist die afrikanische Insel mit 10 Millionen Jahren ein Jungspund und Produkt eines echten Hotspots. So nennt man einen Vulkan, der unterhalb des Meeresbodens ausbricht und während sich die Kontinentalplatten oberflächlich verschieben, immer neue Inseln und Inselchen gebiert. Die Vulkane sind erloschen, haben wunderbare Formationen kreiert. Die Terres des Couleurs, eine vielfarbige Buckelpiste, die irgendwie spacig wirkt, und von der die Forscher immer noch nicht wissen, wie sie entstanden ist. Nicht weit davon die Kaskaden von Chamarel, wo je nach Regenzeit zwei oder drei Wasserfälle einhundert Meter in die Tiefe rauschen. Und nirgendwo ist Mauritius ungezähmter als in Gris Gris, ganz im Süden, wo das Saumriff, das die Insel schützend umringt, unterbrochen ist, die meterhohen Wellen ungehindert anbranden, sich über schwarze Felsen ergießen, die deshalb von den Einheimischen „weinende Steine“ genannt werden. Zu gefährlich selbst zum Surfen, aber wunderschön zu betrachten, rau und wild.

In den Ortschaften, die wir passieren, stehen orangerote Hindutempel neben den fröhlich bunten Bauten der Tamilen. Wenige Meter weiter erhebt sich eine aus Vulkanstein gebaute katholische Kirche, an dernächsten Kurve wartet eine Moschee. Wie in einem idealen Mikrokosmos leben auf Mauritius alle Kulturen und Religionen friedlich miteinander: Inder, Afrikaner, Araber, Chinesen, Europäer. Der kulturelle Mix ist Resultat der wechselvollen Kolonialgeschichte, in der auf die Niederländer, die Franzosen und schließlich die Briten folgten. Er schlägt sich in der Sprachenvielfalt nieder. Mauritianer sprechen Kreol, und wenigstens Französisch und Englisch, viele lernen in der Schule Chinesisch und Deutsch. Dann in der kreolischen Küche, die stark von der indischen Küche beeinflusst ist, und nicht zuletzt den vielfältigen Festen, die praktischerweise von allen Religi- onsgruppen mitgefeiert werden. Ganz Mauritius nimmt daran teil, wenn die indische Bevölkerung im Frühjahr während des Maha Shivaratri in kilometerlangen malerischen Prozessionen zu ihrem Shiva-Heiligtum beim Grand Bassin pilgert, im Oktober das Lichterfest feiert oder die Chinesen ihr Neujahrsfest zelebrieren.

Wer verstehen will, wie Mauritius geworden ist, was es heute ist, sollte das Museum L’Aventure du Sucre in einer ehemaligen Zuckerfabrik besuchen. Untrennbar ist die Geschichte der Insel mit dem Zuckerrohranbau verbunden. Der war über Jahrhunderte die wichtigste Einnahmequelle. Noch heute sind 80 Prozent der kultivierten Fläche von Zuckerrohrfeldern bedeckt. Die Felder wurden mit Sklaven bewirtschaftet, die die französischen Kolonialherren im 18. Jahrhundert aus Ostafrika und Madagaskar gewaltsam heranschaffen ließen, denn Mauritius war ursprünglich unbesiedelt. Die Briten lösten im Jahr 1810 die Franzosen als Kolonialherren ab, was durch ein denkwürdiges Gentlemen’s Agreement geschah: Angesichts der Übermacht der anrückenden britischen Truppen entschloss sich der französische Gouverneur zur friedlichen Übergabe. Besiegelt wurde das mit einem Handschlag. Als die Briten 1835 ein Verbot der Sklaverei durchsetzten, holte man Inder als billige Arbeitskräfte. Sie machen heute gut zwei Drittel der Bevölkerung aus.

Zuckerrohr war die Basis für den Wohlstand der Insel, vor allem der einflussreichen Plantagenbesitzer, die sich kostbar ausgestattete Villen bauten. Un- bedingt anschauen sollte man das Maison Eureka, eine im Original erhaltene Kolo- nialvilla in den Bergen von Moka nicht weit von Port Louis, wo man in die untergegangene Welt der Kolonialzeit eintauchen kann. Heute hat der Tourismus den Zuckeranbau als wichtigsten Wirtschaftsfaktor abgelöst. Von Anfang an setzte Mauritius auf Qualität, profilierte sich als Luxusdestination, was sich nicht zuletzt am hohen Anteil der Fünf-Sterne-Hotels zeigt. Drei der schönsten stellen wir vor. Jedes Resort hat seinen eigenen Charakter, alle punkten mit hervorragendem Service und einer traumhaften Alleinlage an ausgedehnten Stränden.