Tansania

Ein Hauch von Hatari

Nach einigen Ausgaben von Gate To Travel und vor allem nach dem Erfolg der letzten Zambia- und Zimbabwe-Safari war es nur konsequent, dass wir bald wieder eine Strecke über eines der Wunder dieses mannigfaltigen Kontinents  bringen würden. Zudem hat sich GTT auf diesem Gebiet inzwischen einen Namen gemacht, weshalb einige interessante Angebote an uns direkt herangetragen wurden. Besonders offen für unsere Ideen zeigte sich Herr Merbeck von Abendsonne Afrika, der bei einem Telefongespräch direkt nach unserer geplanten Agenda fragte. Unser GTT-Team hatte auch umgehend einige vielversprechende Ziele parat, mit denen wir Ihnen weitere Facetten des schwarzen Kontinents näher bringen wollen, an vorderster Stelle die Schimpansen in den Mahale Mountains. „Kein Problem“, entgegnete der erfahrene Afrika-Veranstalter. „Das kann man sicher schnell organisieren.“ Und so vergingen die nächsten Tage wie im Fieber mit der Organisation einer gewaltigen Tansania-Rundreise: von der Serengeti zum Katavi Nationalpark, dem Selous Game Reserve und zu den Chimps der Mahale Mountains, dem Höhepunkt. Wo 1962 der Hollywoodstreifen Hatari mit Hardy Krüger und John Wayne gedreht wurde, kann man seine Sehnsucht nach dem Abenteuer Afrika vollkommen stillen. Dabei hatten die location scouts des damaligen Regisseurs Howard Hawks einen der schönsten Plätze der Welt noch übersehen, den wir eingeplant haben…

Die meisten Standardreisen in den ostafrikanischen Staat scheinen auf eine relativ vorhersehbare Route festgelegt zu sein: Besuch der berühmten Serengeti, weiter über den Ngorongoro Krater zum Lake Manyara, vielleicht noch den Tarangire Nationalpark, dann ab zum Baden nach Sansibar. Auch ich habe vor über zehn Jahren Tansania auf genau diesen Pfaden bereist, war begeistert von der wundervollen, mit unvergleichlichem Tierbestand bevölkerten Serengeti, war beeindruckt vom Naturwunder Ngorongoro Krater und dem märchenhaft anmutenden Tarangire Nationalpark – und musste dabei doch feststellen, dass der Genuss oft stark getrübt wird. In diesen berühmten und dadurch tendenziell überfüllten Parks kann es durchaus vorkommen, dass eine Löwenfamilie von einer Vielzahl von Jeeps umzingelt wird, wenn auch mit gebührendem Abstand. Besonders im kleinen Gebiet des Ngorongoro Kraters fühlt man sich bisweilen wie beim Treffen eines Geländewagen-Clubs. Dies führte dazu, dass wir von Gate to Travel von Anfang an unseren Fokus auf die weniger bekannten Kleinode im Westen und Süden Tansanias legten: Katavi Nationalpark, Mahale Mountains Nationalpark und dem Selous Game Reserve. Daher nun für Sie: pures Safarierlebnis – off the beaten tracks…

 

Die Serengeti lebt – und wie

Massensafari hin oder her: wer nach Tansania aufbricht und den weltgrößten Kraterkessel, den berühmten Ngorongoro Krater noch nie gesehen hat, der sollte einen Tag dafür einplanen. Etwa 25.000 Tiere haben hier ihre Heimat gefunden, darunter Löwen, Elefanten, Nashörner. Um den im Zentrum liegenden Lake Magadi, dessen weiß schimmerndes alkalisches Wasser durch Ablagerungen von Vulkanasche entstanden ist, tummeln sich unzählige Wasservögel, unter anderem wunderschön anmutige pinkfarbene Flamingos. Blenden Sie die anderen Geländewagen aus, genießen Sie dieses, 1979 mit vollem Recht zum Weltnaturerbe erhobene Naturschauspiel, und ziehen Sie dann weiter zur riesigen Serengeti, wo sich Ihnen ganz andere Möglichkeiten bieten, den Massen zu entfliehen. So zum Beispiel ein mobiles Zeltcamp sowie ein im weniger frequentierten Norden der Serengeti liegendes Camp, beide von Nomad Safaris. Den einprägsamen Namen Serengeti Safari Camp für eines der ersten mobilen Camps hat die ausschließlich in Tansania operierende Safarigesellschaft durchaus bewusst gewählt. Schließlich leitet sich der Name Serengeti von dem aus der Sprache der Massai stammenden Begriff „Siringitu“ ab: „das endlose Land / die endlose Ebene“. Bis zum Horizont reichende flache Grassteppen im Süden, leicht hügelige, gering bewaldete Ebenen im Norden, die zentrale Savanne annähernd baumlos. Im Südosten dann das vom Vulkanismus geprägte Ngorongoro-Schutzgebiet, die höchsten Berge bis zu 1850 Höhenmeter, die Niederungen der Savanne bei 920 Meter über dem Meeresspiegel – dies sind die Eckdaten der Serengeti. Berühmt geworden ist sie hierzulande nicht zuletzt durch den oscarprämierten Dokumentarfilm aus den Sechzigern „Die Serengeti darf nicht sterben“ der deutschen Brüder Michael und Dr. Bernhard Grzimek. Letzterer war einflussreichster Naturschützer seiner Zeit und erforschte als bedeutender Wissenschaftler die "Great Migration" in der Serengeti und Masai Mara. Über eine Million Gnus sind jährlich vom selben uralten Rhythmus des Lebenskreislaufes getrieben. Auf drei Wochen wilder Gebietskämpfe und stürmischer Paarung folgt der Kampf ums Überleben, wenn sich bis zu 40 km lange Züge auf der alljährlichen Wanderung nach Norden durch Flüsse kämpfen, an deren Ufern bereits unerbittliche Krokodile und Löwen lauern. Schließlich der nur kurze Zeit dauernde Wiederaufbau der Spezies durch mehr als 8.000 Kälbergeburten täglich, bevor die 1.000 km lange Pilgerschaft erneut beginnt. Begleitet werden die Gnus von mehr als 200.000 Zebras und 300.000 Thomson Gazellen, die sich dem Zug der Gnus nach frischen Weidegründen anschließen. Die wie von unsichtbarer Hand gesteuerte Wanderung dieser unfassbaren Menge an Grasfressern, wie sie in keinem anderen afrikanischen Nationalpark zu finden ist, mit dem immer wiederkehrenden Kampf auf Leben und Tod zwischen Raubtier und Beutetier macht die Great Migration zu einem manchmal grausamen, immer faszinierenden jährlichen Spektakel.

Die unsichtbare Hand, welche die Migration bestimmt, ist letztlich das Wetter, weshalb die Wanderung jedes Jahr etwas anders verläuft: unterschiedlicher Beginn, andere Routen, neue Stellen für die gefährlichen Flussüberquerungen. Womit auch die Idee eines mobilen Zeltcamps, wie des Serengeti Safari Camp sofort einleuchtet. Relativ kurzfristig kann man sich der Migration anpassen, mit den Gästen dieses Schauspiel unmittelbar begleiten. Als ich in der Serengeti war hat – wie auch anderswo – das Wetter ziemlich verrückt gespielt, waren die Gnus mit ihren Begleitern bereits von der Massai Mara aufgebrochen und hatten den Mara River längst überquert, als die „Short Rains“ vermehrt im Norden niedergingen und die Tiere sogar gezwungen waren, wegen der frischen grünen Weideebenen wieder in die Masai Mara zurückzukehren. So hatte das Camp seine eigentlich südlicher bestimmte Position wieder aufgegeben und war den Herden auf deren „Rückzug“ in den Norden gefolgt, was mir mehrmals den spannenden Thriller der „Crossings“ bescherte. Anfangs benötigt man unendlich viel Geduld, folgt für Stunden den Gnus, die sich allmählich am Fluss zu immer größer werdenden Herden sammeln. Hier tasten sich die Herdenführer der Vierbeiner immer näher an das Wasser heran an Stellen, die schon seit Jahren von den Gnus zum Queren benutzt werden, an denen das Wasser seichter ist. Dieses Zweifeln und Abwägen kann Stunden, manchmal Tage dauern, es kann aber auch sehr schnell gehen. Den Startschuss gibt schließlich einer der Herdenführer, der plötzlich ins Wasser springt und wild entschlossen Richtung anderes Ufer schwimmt. Und wie ein Platzregen zur Monsunzeit bricht sich nun eine urwüchsige Dynamik Bahn, wie man sie wohl nur einmal erlebt. Tier um Tier springt ohne zu zögern ins Ungewisse, hunderte, tausende Gnus und Zebras folgen den Führungstieren in blindem Vertrauen, bringen das Wasser des Mara zum Kochen. Die Krokodile hatten sich längst in Position gebracht, wollen nun ebenfalls für das lange Warten belohnt werden. Das Getöse dieser Masse an Tieren, springend oder schwimmend, durchdringt die sonst so einmalige Stille der Serengeti, lässt die Luft erzittern. Doch sobald das letzte Tier das andere Ufer erklommen hat, kehrt schlagartig wieder Ruhe ein, zieht die Heerschar gemächlich weiter als wäre nichts gewesen, in Richtung der ersehnten grünen Weideflächen. Die Zurückgebliebenen wurden von den Krokodilen entweder sofort verspeist oder in deren Vorratskammern gebracht. Satt und zufrieden legen sich die Krokodile in die Sonne, die Herde wird vom Duft der nach dem Regen sprießenden Grashalme unaufhaltsam weiter getrieben, für Trauer bleibt keine Zeit, der Kreislauf der Natur beginnt von Neuem. Der Beobachter ist nach diesem Erlebnis immer noch wie gebannt, die Glücksgefühle der Eindrücke wirken lange nach. Man beginnt zu begreifen, dass man zu einem auserwählten Kreis gehört, der dieses Abenteuer genießen durfte, weit weg von den Reifenabdrücken der meisten anderen Geländewägen. Es gibt im Norden eben nicht so viele Camps wie in anderen Gebieten der Serengeti, zudem sind exklusive Veranstalter offensichtlich doch in der Lage, mit ihren guten Guides herausragende Safaris abseits des Trubels zu bieten. Doch die Serengeti „lebt“ nicht nur von ihrer Migration, ihre zauberhafte Landschaft alleine ist schon einen Besuch wert. Besonders der nördliche Teil mit seinen kleinen Felsmassiven ist ein afrikanisches Märchen. Die in warmen Brauntönen kartoffelähnlich geformten Felsbrocken formieren sich in der endlosen Ebene zu inselartigen Gebilden, dekoriert mit markanten Bäumen und Sträuchern. Nicht selten thront an deren höchster Stelle der König der Steppe, die Mähne golden in der Sonne schimmernd, den Blick über die Weite seines Reichs schweifend. Anlegen, anvisieren, kurz arrangieren und abdrücken: posterwürdig.

Meine zweite Station ist das Lamai Serengeti Camp, ein weiteres Nomad Safari Camp, welches in der nördlichen Serengeti an den bekannten Kogakuria Kopjes liegt. Von dieser Felsgruppe blickt man weit über die Serengeti Ebenen, das Mara River Valley und die so genannte Lamai Wedge Region in der nordwestlichen Serengeti bis zur Grenze nach Kenia. Als "Hüter des Kopje" wurden alle Elemente des Camps um die vorhandenen Strukturen herum errichtet und diese mit einbezogen, so dass die Zeltchalets organisch mit der umliegenden Vegetation verschmelzen. Die zwölf Zeltchalets teilen sich in zwei Bereiche: das Hauptcamp umfasst acht Zeltchalets und ein offenes Hauptgebäude, vier weitere Chalets sind als separates privates Camp konzipiert. Jedes Zeltchalet ist großzügig in offener Bauweise mit vielen Naturmaterialien in hellen Farben gestaltet und verfügt über Dusche und WC sowie eine Terrasse mit wunderbarer Aussicht und Swimmingpool.

Egal zu welcher Jahreszeit, man kann nie sagen, was einen in der Nordserengeti erwartet, fest steht nur, dass man etwas erleben wird. Die einzigartige Lage in der Nähe des Mara Flusses bietet unvergessliche Safariausflüge in fantastischer Landschaft, beeindruckt mit riesigen Krokodilen, garantiert beste Chancen, zwischen Juli und Oktober die berühmten Flussüberquerungen der riesigen Gnuherden zu erleben. Aber was mir am meisten imponiert hat sind die Pirschfahrten zwischen den  bereits beschriebenen Serengeti-Felsinseln. Im Morgengrauen, in der Mittagsglut oder im Abendrot: Immer betören die Felsen mit ihren schimmernden Brauntönen und kunstvollen Formationen, häufig verbirgt sich eine Überraschung hinter der nächsten Kurve. Als unsere Aufmerksamkeit kurz vor Mittag allmählich schwindet, die Erwartungen auf weiteres game viewing der Aussicht auf ein Lunch weichen, werden wir unvermittelt Zeuge einer packenden Jagdszene. Wie aus dem Nichts sprinten urplötzlich zwei Geparden los, bringen nach kurzer Zeit ein junges Gnu zur Strecke und verschanzen sich clever mit ihrer Beute zwischen den Felsen, um dort ungestört zu genießen. Gebannt von dieser Szene verbringen wir beinahe eine Stunde mit den edlen und stolzen Jägern, ohne einen weiteren Gedanken an unser eigenes Lunch, ebenfalls ungestört. Kurz vor Sonnenuntergang, prächtig und würdevoll erstrahlt die Serengeti in der Abendsonne, manche Felsen scheinen Feuer gefangen zu haben, der Himmel kleidet sich in Farben, die man nur aus Gemälden kennt. Die Stimmung ist feierlich, es scheint Ruhe einzukehren – doch in der Natur ist es nur die Zeit kurz vor der Wachablösung, vor der Nachtschicht. Dies weiß auch unser Guide, der bereits seit Stunden die Felsen umrundet, immer auf der Suche nach verräterischen Spuren eines scheuen Zeitgenossen: dem Leopard. Der Guide kennt jeden möglichen Winkel, er weiß jedes Anzeichen, jedes kleinste Geräusch zu deuten, das auf die gefleckte Raubkatze hinweisen könnte. Nicht mehr lange und das warme Abendlicht für gute Aufnahmen wird Horizont erlöschen…, doch dann bedeutet uns das Lächeln des Guides, dass er fündig geworden ist. Noch dazu handelt es sich um eine Leopardenmutter mit ihren beiden, wenige Monate alten Jungen. Stolz sitzt sie oben auf einer Felskuppe, genießt den Sonnenuntergang, während der Nachwuchs mit Spieleinlagen großes Kino liefert. Das Kindchenschema verfehlt seine Wirkung nicht, wir sind hingerissen von den kleinen Leopardenbabys. Wieder ist es ein exklusives Schauspiel für uns, wieder können wir exklusive Schnappschüsse im letzten Abendlicht machen, die nur wenigen vergönnt sind. Schließlich bricht die Dunkelheit herein, die Leopardenmutter bringt ihre Kinder in Sicherheit, bereitet sich auf ihre nächtlichen Pflichten vor: die Nachtschicht beginnt, die Jagd. Als der nächste Morgen anbricht sind wir etwas früher unterwegs als die anderen Gäste. Es ist genau 05.00 Uhr morgens, die Sonne wirft bereits ihr mächtiges Licht auf die weite Ebene und wir fahren in gemächlichen Schlangenlinien zwischen den Felsbrocken von der Bergkuppe des Lamai Camp hinab. Kaum haben wir die Ebene erreicht, müssen sich alle noch einmal kräftig die kleinen Morgen-Augen reiben, um das sich bietende Bild richtig einzuordnen. Auf einem im Gras liegenden Baumstamm tummeln sich gleich mehrere Löwenbabys. Wir haben erst Mühe, die goldgelben Wollknäuel auseinander zu halten, zählen schließlich sechs kleine Löwen, die uns in bester Morgenlaune verzücken. Sie zeigen, was sie als kleine Großkatzen bereits auszeichnet, ihre enorme Kletterfähigkeit. Ihr unermüdlicher Spieltrieb, das Kämpfen lernen mit ihren Geschwistern, ihre  tollpatschige Art und ihre Liebkosungen mit den erwachsenen Genossen sind das absolute Highlight einer Safari. Für uns wird es noch veredelt durch das fantastische Morgenlicht und die beinahe unverschämte Exklusivität des Augenblicks. So bleibt uns nur, Bernhard und Michael Grzimek zu zitieren: Die Serengeti darf nicht sterben. "Aber wenn ein Löwe im rötlichen Morgenlicht aus dem Gebüsch tritt und dröhnend brüllt, dann wird auch Menschen in fünfzig Jahren das Herz weit werden. Ganz gleich, ob diese Menschen dann Bolschewisten oder Demokraten sind, ob sie Englisch oder Russisch, Suaheli oder Deutsch sprechen. Und sie werden stumm dastehen und ihren Nachbarn an der Hand fassen, wenn sie zum ersten Male in ihrem Leben zwanzigtausend Tigerpferde über die endlose Steppe ziehen sehen." (Bernhard und Michael Grzimek – Die Serengeti darf nicht sterben).

 

Katavi – Vier Freunde

Nun geht es in Regionen Tansanias, die selten besucht werden, wie der Katavi-Nationalpark. Eine ursprüngliche Wildnis, welche die wenigen Unerschrockenen, die sich dorthin vorwagen, mit dem erhebenden Gefühl belohnt, wie es bei frühen Afrikareisenden vor einem Jahrhundert geherrscht haben muss. Tansanias drittgrößter Nationalpark liegt im abgelegenen Südwesten des Landes, in einem abgeschnittenen Rift-Valley-Arm, der in der seichten, düsteren Ausdehnung des Rukwa-Sees endet. Während der Regenzeit gibt es die saisonalen Seen Katavi und Chada und die Ebenen um den Katuma-Fluss sind völlig überschwemmt, so dass eine Safari in dem sumpfigen Gebiet von November bis Mai unmöglich ist. Am eindrücklichsten ist Katavi während der Trockenzeit von Juni bis Oktober, wenn das Wasser zurückweicht. Dann öffnet das kleine Chada Katavi Camp seine Pforten und hat den riesigen Nationalpark quasi für sich und seine Gäste gepachtet. Zudem bleibt die Zahl der Gäste immer überschaubar, da es nicht mehr als sechs traditionelle ostafrikanische Safarizelte gibt. Gleichermaßen geräumig wie romantisch verfügen die Zelte über große Fenster mit Netzgewebe, im angrenzenden kleineren Zelt befindet sich das Badezimmer mit einer klassischen Buschdusche 'Bucket Shower'.

Für Unempfindliche – und die kommen ja nach Katavi – ist eine „Bucket Shower“ kein Problem, eher eine willkommene Abwechslung. Meistens ist der Service mit der perfekt temperierten Wasser-Füllung prompter, als das warme Wasser in vielen Hotels seinen Weg zur Dusche findet.  Meine Frau und ich haben uns in dem netten intimen Camp sofort wohl gefühlt und sind in bester Laune zum abendlichen Gamedrive aufgebrochen, zusammen mit zwei weiteren Neuankömmlingen. Gwen und Christian, zwei Chirurgen aus Wien, sichtlich angeschlagen, war doch ihr vorheriges Camp anscheinend wesentlich luxuriöser und von den Temperaturen her erträglicher. Zudem scheinen Chirurgen wohl schon durch berufsbedingten Argwohn in punkto Hygiene mit einer „Bucket-Shower“ auf Kriegsfuß zu stehen. Die beiden nahmen es mit dem berühmten Wiener Humor, der sich auch unmittelbar auf unseren Geländewagen ausbreitete, zumal wir bereits nach wenigen Minuten zwei Leoparden zu Gesicht bekommen haben. Ein Beginn, den man sich kaum schöner wünschen kann. Trotz der Trockenheit ist die Landschaft in Katavi vielfältig und abwechslungsreich. Unser Jeep schlängelt sich an dem zu einem seichten, schmutzigen Rinnsal verkommenen Katuma entlang, der zur einzigen Trinkwasserquelle weit und breit geworden ist. Die Bezeichnung Wasser erscheint oft sogar unangebracht, denn Krokodile, Flusspferde tummeln sich in einem einzig aus Schlamm und Morast bestehenden Brei, der die letzten Tropfen Wasser beherbergt. Spektakulär, aber auch ein wenig bizarr sind die Massen an Flusspferden, die sich in den letzten Flusstümpeln sammeln, gegen Ende der Trockenzeit können es bis zu 200 Tiere an solchen Stellen sein. Und je mehr Flusspferde an einem Ort zusammen kommen, desto hitziger wird die Rivalität zwischen den männlichen Tieren – blutige Revierkämpfe werden alltäglich. An allen bisherigen Flüssen Afrikas habe ich oft vergeblich auf einen Schnappschuss eines Hippos mit offenem Maul gewartet, hier kann man diese reihenweise ohne große Objektive, wenn man möchte sogar mit dem Smartphone schießen. Katavi ist eigentlich was man sich am meisten wünscht: anders! Auch Gwen und Christian finden mehr und mehr Gefallen an diesem Fleckchen Erde – trotz „Bucket-Shower“. Und meine Frau und ich wissen nun auch, dass wir am Ende der Welt medizinisch bestens versorgt wären, verrät doch ein Blick in Gwens Arztkoffer, dass ein Arzt offensichtlich niemals einem anderen Arzt vertraut, lieber selber für alle Eventualitäten vorsorgt. Wir haben auf jeden Fall richtig Spaß auf unseren gemeinsamen Ausflügen und genießen auch die Gespräche mit unserem Guide Samuel beim Bushbreakfast oder Sundowner, die uns tiefe Einblicke in seine Kultur ermöglichen. Als Massai musste er sich in seiner Familie zunächst durchsetzen, etwas anderes zu sein als „nur“ Massai. Er ging zur Schule, ist Guide geworden, ein extrem guter noch dazu. Die Schulden für diese Ausbildung hat er seinem Vater stolz bis auf die letzte Ziege zurückgezahlt. Seine Lebensgeschichte(n) sind äußerst kurzweilig, machen uns bisweilen auch etwas betroffen, wenn wir wieder daran erinnert werden, wo wir uns eigentlich befinden: örtlich in Afrika, zeitlich gefühlte zweihundert Jahre zurück. Dennoch ist Samuel Beweis dafür, was wir von den Massai lernen können: Demut, Dankbarkeit, Zufriedenheit. Wir huldigen jeder Ziege, die Samuels Ausbildung ermöglicht hat, denn unser Guide bringt uns nicht nur an die schönsten Picknick-Plätze, sondern findet bei Tag wie Nacht die Löwenjungen beim Spielen im Flussbett oder die ausgewachsenen Raubkatzen in der Dunkelheit beim Jagen. So können wir sie beim Nightdrive  über mehrere Stunden auf ihrem Beutezug begleiten und hautnah erleben, wie einige der Löwen sogar auf Nilpferde Jagd machen, diese anspringen, nur um festzustellen, dass sie doch eine Nummer zu groß sind. Wir fühlen uns im wahrsten Sinne wie bei der „Night of the Proms“, wären wir nicht fast verhungert, würden wir wahrscheinlich jetzt noch im Jeep sitzen.

Nach drei Tagen hatten wir uns richtig eingelebt in unserem kleinen Camp und auf unserem Jeep. Gwen spricht für unsere Ohren perfekt Suaheli mit Samuel, Christian  strahlt die Ruhe selbst aus (man würde sich sofort operieren lassen), die „Bucket-Shower“ ist beliebter als jeder Luxus-Spa, die Abende im Dinnerzelt oder am Lagerfeuer sind lustig und stimmungsvoll. Rundum nur Natur, Flusspferde, Löwen, Leoparden, Elefanten und eine gefühlte Million anderer Tiere, mittendrin vier Menschen, die der Afrika-Virus gepackt hat – und Samuel, der stolze Massai.

 

Greystoke – Wonderful World

Zeit für eine kurze Positionsbestimmung. Wir befinden uns im Katavi Nationalpark, 3,5 Flugstunden südwestlich von unserem Ausgangspunkt Serengeti. Weiter geht es wieder mit einem Charterflugzeug von Nomad Safaris Richtung Nordwest zum etwa 40 Flugminuten entfernt gelegenen Lake Tanganyika. Nun beginnt, worauf ich seit Jahren hinfiebere: ein Besuch der Schimpansen im Mahale Mountains Nationalpark. Zunächst landen wir direkt am Ufer des zweittiefsten Sees der Welt. Ähnlich wie der Lake Victoria dient auch der Lake Tanganyika als Drehscheibe für seine Anrainer-Staaten Tansania, Burundi, Kongo und Zambia. Er birgt das größte Süßwasservorkommen Afrikas, das zweitgrößte weltweit nach dem Baikalsee. Der Tanganyikasee erstreckt sich 673 km in nord-südlicher Richtung bei einer durchschnittlichen Breite von 50 km, die Weltnaturschutzunion IUCN bezeichnet diesen Langzeitsee als artenreichsten Ort der Welt mit einer bemerkenswerten Vielzahl von Fischarten (über 300).

An der Landebahn wartet bereits das Empfangskomitee von Greystoke. Im schicken grünen Dress, mit freundlichem Lächeln und charmanten Sprüchen gehen wir mit Robert und Mwiga an Bord des traditionellen Fischerbootes, welches Geystoke für seine Gäste mit Außenborder-Motor ausgestattet hat. Der Wind lässt Wellen entstehen, die jedem Meer gut zu Gesicht stünden, so wogt das massive Holzboot in einem Auf und Ab an der Küste entlang. Nach der Landebahn sieht man noch einige wenige kleine Hütten und Dörfer, ein paar Minuten später ist man mitten im tropischen Wald der Mahale Mountains – im Niemandsland, ohne Straßen, ohne Menschen. Das Wasser unter dem Bug ist klar wie Mineralwasser im Glas, gibt den Blick bis in mehrere Meter Tiefe auf jede Menge Fische frei. Über eine Stunde dauert unsere Fahrt, bis wir eine kleine lichte Stelle in der grünen Unendlichkeit erblicken, eine zauberhafte Lodge mitten auf einem paradiesischen Sandstrand. Der feine makellos weiße Sand macht den schönsten Maledivenstränden Konkurrenz und man fragt sich, ob man wirklich noch in Afrika ist. So ergeht es hier jedem Neuankömmling. Man verliebt sich sofort in dieses Fleckchen Erde, mit jedem Schritt etwas mehr, der einen im warmen weichen Sand den versteckten Villen näher bringt. Die Pflanzenwelt öffnet sich, man betritt die Villen und will nun endgültig nicht mehr weg. Nun wird meiner Frau und mir erst klar, warum Gwen und Christian sich in Katavi erst ein paar age „akklimatisieren“ mussten! Nach diesem Traum, nach Greystoke, sollte man gar nicht mehr in ein „normales“ Camp wechseln, sondern eigentlich nach Hause fahren. Die Villa ist  völlig offen gehalten, wirkt aber doch wie ein friedlicher Rückzugsort, vom Bett bis zum romantischen Bad wundervoll gestylt sorgt sie für vier unvergessliche Nächte und Tage. Im Vergleich zu anderen Camps ist es in Greystoke überaus wichtig, dass man sich im Camp auch länger aufhalten möchte. Nach dem Frühstück um 07.00 Uhr gibt es zunächst ein erstes Briefing zur aktuellen „Situation“ der Schimpansen. Dann kann es sein, dass man unmittelbar zum Trekking aufbricht, oder noch im Camp verweilt, sollten die Scouts die schwarzen Primaten noch nicht entdeckt haben. Wie lange dann der Weg zu den Schimpansen dauert hängt von vielen Faktoren ab. Jahreszeit (wo sich die Chimps zur Futtersuche befinden), Wetter (bei schlechterem in höheren Lagen) und ähnliches. Folglich kann eine Trekkingtour nur eine Stunde dauern, oder bis zu sechs Stunden, wenn man den ganzen Berg hinauf muss. Manchmal marschieren die gesuchten Freunde auch direkt durchs Camp. Doch nach dem Trekking hat man in Greystoke frei, kann sich am Strand erholen, mit dem Boot auf den See tuckern und Schwimmen oder einfach seine Villa genießen. Keinesfalls sollte man aber den Sundowner in der Greystoke Bar versäumen. Integriert in ein Felsmassiv an der nördlichen Flanke des kleinen Strandabschnitts ist die Bar ein weiteres Highlight. Hier trifft man sich gegen 19.00 Uhr und unterhält sich bei einem coolen Drink und ein paar Snacks mit Robert, Mwiga, Kerrie und Jeff (letztere die beiden Camp Manager). Gesprächsthema sind natürlich Schimpansen. Geschichten von XX, dem Führer der Gruppe, von XX, dem alten Hasen oder XX mit ihrem Jungen xx. Angeregt durch die Gespräche nimmt man schon mal ein zwei Gläser zu viel und muss sich konzentrieren, wenn man langsam die Stufen wieder hinab „taumelt“. Dann peilt man die aus der Ferne einladend leuchtenden Kerzen zum romantischen Dinner an. Was für ein Essen an einem der abgelegensten Orte dieser Welt, was für ein liebevoller Service an einem der schönsten Orte dieser Welt, was für ein Glück, dass ich einer der wenigen an diesem Ort bin. So ist jeder Abend, so denkt man jeden Abend und so versammelt man sich jeden Abend nach dem Abendessen um das Lagerfeuer am Strand, mit einem Gläschen „Amurula“ in der Hand, einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen und einem verträumten Blick in den unfassbar funkelnden Sternenhimmel: What a wonderful world.

Und die Schimpansen? Ja natürlich, wegen denen sind wir ja alle hier und die besuchen wir jeden Vormittag nach dem Frühstück. Wenige Meter hinter der Lodge geht es direkt in den Forest der Mahle Mountains, dem Zuhause unserer großen Schimpansenfamilie. Pünktlich um 08.00 erscheint XX mit seinem breiten Grinsen und verkündet die „breaking news“, wo sich die Chimps gerade befinden und was auf uns an Trekkingstunden zukommt . Dann geht es los. Die Pfade sind verhältnismäßig gut und man kommt recht zügig vorwärts durch das Dickicht dieses so dicht bewachsenen tropischen Waldes.  In unserer Begleitung befinden sich auch zwei Aufseher des Nationalparks, die darauf achten, dass alle Vorschriften zum Schutze der Schimpansen eingehalten werden: entsprechende Verhaltensregeln, auf eine Stunde begrenzte Besuchszeit, Tragen eines Mundschutzes während des Zusammentreffens, um Übertragung von Krankheiten zu verhindern. Doch vor dem Kontakt liegt das Trekkingerlebnis. Es geht über Bäche und Wurzeln, unter tropischen Bäumen und durch Sträucher, begleitet von Vogelgesängen und Schimpforgien verschiedener Waldbewohner, die sich in ihrer Welt gestört fühlen. Die Schimpansen sind dann schon von weitem zu hören. Im Gegensatz zu den leisen Raubkatzen sind die uns so ähnlichen Affen nämlich extreme Krawallmacher. Und so nähern wir uns auf den letzten Metern, aufgeregt, aber gut vorbereitet, mit der Kamera im Anschlag. Ziemlich schnell werden wir von der großen Familie (über 60 Mitglieder) umzingelt, teilweise hoch in den Bäumen, teilweise auf der ersten Astgabelung sitzend, manche direkt am Boden vor einem. Gestört fühlen sich die Schimpansen in keinster Weise. Ein junges Schimpansen-Männchen sitzt keine zwei Meter vor mir auf einem Baum und löffelt mit einem dünnen Zweig Ameisen, die nichts ahnend auf den Zweig marschieren und dann im Affenmagen verschwinden. Eine Technik die Schimpansen sehr gut beherrschen. Auffallend viele der Primaten legen sich direkt vor uns in aufreizend gemütlicher Pose auf den Waldboden (ähnlich wie wir auf eine Couch), schauen uns an, als wollten sie sagen: “Schaut mal, was wir für ein schönes Leben haben. Und was machst Du so?“ Aber es kann auch sein, dass ein älteres Familienmitglied mit seinen Kollegen aufreizend nah an uns vorbeimarschiert und dabei so laut schreit wie nur möglich. Wir glauben zu verstehen, was er sagen will: „Ihr könnt hier stehen und glotzen, aber der Chef hier bin ich!“. Beim Anblick der Schimpansenbabys schmelzen wir schließlich alle dahin. Wenn sie sich von Ast zu Ast schwingen, so dass jeder Reckweltmeister wie ein blutiger Anfänger wirkt. Sich dann wieder ganz eng umschlungen an ihrer Mama festklammern, Grimassen schneiden, Gesten und Verhaltensweisen an den Tag legen, als würden sie uns den Spiegel vorhalten. Jede Sekunde ist jetzt kostbar, zu faszinierend ist die oft gelesene, jetzt so spürbare genetische Übereinstimmung zwischen Beobachtern und Beobachteten – doch wer beobachtet hier wen? Respektvoll ziehen wir uns nach der Stunde zurück, verabschieden uns bis zum nächsten Tag. An drei Tagen in Greystoke haben wir jedes Mal eine tief beeindruckende, nachdenklich machende Zeit mit den Schimpansen verbracht. Einmal hatte uns ein tropischer Regenguss auf dem Weg völlig durchnässt, dennoch trafen wir die ebenfalls geduschten Chimps an, die sich an diesem Tag auffällig ruhig verhielten.  Die Chancen auf einen erfolgreichen Besuch stehen also immer recht gut, auch wenn der Weg bisweilen sehr beschwerlich sein kann. Das Zusammentreffen mit diesen einzigartigen Menschenaffen entlohnt aber für alle Strapazen. Doch nur noch wenige Stellen dieser Erde, wie beispielsweise hier in Greystoke in den Mahale Mountains, ermöglichen derartige Begegnungen. Die durch uns verursachte fortschreitende Zerstörung der Lebensräume bedroht unsere engsten Artverwandten. Dies ist die bittere Erkenntnis, die uns reumütig von dannen ziehen lässt. Wenn man nach diesen Tagen im Paradies seinen Fuß wieder auf das Boot zur Überfahrt in Richtung Airport Mahale Mountains setzt, kann man nur beten und hoffen,  dieses Fleckchen Erde möge für immer so bleiben wie es ist. Wann immer ich seitdem im Autoradio Louis Armstrong oder IsraelKamakawiwo'ole höre, denke ich an diesen Ort, sehe die schwarzen lustigen Kameraden in lässiger Pose genau vor mir am Boden liegen und mir diesen überlegenen Blick zuwerfen: What a wonderful world.

 

Selous Game Resort – Zugabe

Wir sind zurück in Daressalam. 99% aller Safari-Urlauber nehmen nun eine Auszeit an den traumhaften Stränden von Sansibar. Meine Frau und ich haben dagegen andere Pläne, wollen noch mehr Eindrücke sammeln, auf weniger alltäglichen Routen reisen. Daher fliegen wir ca. 90 Minuten in den südlichen Teil Tansanias, in das riesige Selous Game Reserve. Der Durchschnittseuropäer hat noch nie davon gehört, aber das Wildreservat Selous erstreckt sich mit über 50.000 Quadratkilometern über mehrere Regionen Tansanias, entspricht somit in etwa 1/7 der Fläche Deutschlands. Es gehört seit 1982 zum UNESCO-Weltnaturerbe, ist das größte kontrollierte Wildschutzgebiet in Afrika. Bei meinem ersten Besuch 2001 war ich von der Vielfalt des Gebiets bereits angetan. Weite Ebenen, vertrocknete enge Flussbette, mehrere Biome von Dickichten, die vielen Miombo-Wälder (Baumsavannen) mit ihren Akazien oder die grünen Ufer der Flüsse Ruaha und Rufiji mit Unmengen an Flusspferden und Krokodilen. Alles ist hier geboten, bei einer geringen Dichte an Camps in dem riesigen Gebiet. Daran hat sich seitdem nichts geändert. Man darf sich allerdings keinen so dichten Wildbestand wie in der Serengeti oder der Masai Mara vorstellen. Hier bedeutet Safari wirklich Safari, nämlich nach Wildtieren suchen. Gleichzeitig sind diese an Besucher und Jeeps noch lange nicht so gewohnt wie in anderen Parks, bleiben nicht immer wie angewachsen stehen. Giraffen, Elefanten oder Gazellen suchen gerne mal das Weite, wenn man ihnen auf die Pelle rückt. Das Selous Gebiet ist etwas für erfahrene Safari Touristen, die sich an diesen einmaligen Landschaften erfreuen und letztendlich auch gerne auf die Pirsch gehen, besonders wenn es um die Fährte der vom Aussterben bedrohten afrikanischen Wildhunde geht. Das Selous ist eines ihrer letzten Zufluchtsgebiete mit ca. 1.300 Tieren.

Unser erstes Camp ist das Amara direkt am Ruaha Fluss gelegen. Es bietet sinnvollen und geschmackvollen Luxus im Herzen der Selous Wildnis. Perfekt gelingt die Gratwanderung, ein luxuriöses Camp mit der umgebenden Buschlandschaft in Einklang zu bringen, so dass es nicht deplatziert wirkt. Diese erfolgreiche Symbiose macht Amara zu einem hervorragenden Ort, um die Atmosphäre und die Farben, die Selous zu bieten hat, gemütlich zu genießen. Ausgezeichneter Service, großräumige Suiten und einmalige Abgeschiedenheit vereinigen sich zu einem perfekten Refugium für Gäste auf der Suche nach Erholung, Luxus, Abenteuer. Zentrum der Anlage ist ein wundervoller Pool mit Blick auf den nur wenige Meter entfernten Fluss. Von hier aus können Sie Blickkontakt mit den schnaubenden Flusspferden aufnehmen,  und sind doch sicher im eigenen Gewässer.

Selbst gemessen an den hohen Standards der Küche afrikanischer Luxus-Lodges, nimmt das Amara noch eine herausragende Position ein, obwohl mitten in der Wildnis. Bezüglich Romantik von Frühstück, Sundowner oder Abendessen sucht es ebenso seinesgleichen. Candlelight-Dinner am Pool, am Flussufer, oder mitten im Busch unter dem Sternenzelt mit Bar, Barbecue, sogar mit dezent platzierter, eigens aufgestellter Toilette. Das Amara-Team scheut keinen Aufwand, Überraschungen gelingen zu jeder Tages- und Nachtzeit. Doch auch das Safarierlebnis kommt keineswegs zu kurz. Einen Tag lang waren wir ununterbrochen auf der Pirsch, haben gesucht und gesucht – ohne Ergebnis. Abgesehen von ein paar Antilopen –  nichts. Mit einem Mal bleibt unser Guide stehen, bedeutet uns, ebenfalls still zu halten, und flüstert ehrfürchtig „Black Mamba“. Wir sind wie elektrisiert. Tatsächlich schlängelt sich ein Reptil von eindrucksvollen Ausmaßen vor uns über den Weg, allerdings olivfarben. Ihren Namen verdankt die schwarze Mamba nicht der Hautfärbung, sondern der dunklen Innenseite ihres Maules. Dies werden wir später von unserem Guide erfahren, im Augenblick können wir an solche Fragen kaum denken, richtet die Mamba doch gerade ihr vorderes Drittel auf, um uns zu überzeugen, ihr ja nicht zu nahe zu kommen. Sie führt noch einen kleinen Tanz auf, wiegt das aufgestellte Drittel samt Kopf hin und her, bis sie merkt, dass sie uns beeindruckt hat und von uns sicher keine Gefahr ausgeht. Dann schlängelt sie seelenruhig weiter, verschwindet lautlos im Busch. So ist eben Afrika, nichts kann man planen, bestimmen oder vorhersehen, das Unerwartete kommt wenn man nichts erwartet.

Bald schon müssen wir dem Amara den Rücken kehren, den letzten Abschnitt unserer Tansania Rundreise off the beaten tracks antreten, der uns noch einmal in ein Nomad Safari Camp führt. Die Anfahrt nach Sand Rivers Selous ist steinig und anstrengend, die Lage des Camps entschädigt dafür. Das kleine und exklusive Camp liegt überwältigend schön direkt oberhalb des breiten, kraftvoll dahinfließenden Rufiji River. In der Lodge befinden sich acht Cottages, alle großzügig und individuell eingerichtet, alle mit großen Badezimmern. Jedes der Cottages hat eine offene Front und liegt direkt am Flussufer. Mittelpunkt und Highlight der Lodge ist die riesige Veranda mit kuscheligen Sofas und Sesseln und dem kurzweiligen Ausblick auf die Sandbänke, an denen sich rund um die Uhr Flusspferde, Krokodile und Vögel aufhalten. Natürlich kann man auch hier alle Safariaktivitäten in erstklassiger Art und Weise zelebrieren, wie Gamedrives oder Bushwalks. Einzigartig im Sand River sind aber die Bootsfahrten auf dem Rufiji – für mich einer der schönsten Flüsse Afrikas. Fährt man ganz früh am Morgen los, dann bietet sich einem hinter jeder der unzähligen Flussbiegungen des Rufiji River das gleiche Bild: Krokodile haben auf den hohen Sandbänken Platz genommen, liegen mit weit aufgerissenem Maul in der Morgensonne. Nähert sich unser Motorboot, beschließen sie, sich in das für sie sichere Wasser zu begeben. Dann schlittern diese massigen grünen Reptilien die Sandbänke hinunter und platschen mit voller Wucht ins Nass des Rufiji. Immer wieder können wir diese Technik des Sand-Surfens beobachten während sich unser Boot weiter flussaufwärts kämpft, vorbei an tausenden von Hippos bis zur Stieglers Gorge, einer berühmten Schlucht des Rufiji. Der Fluss verengt sich, die Ufer werden steiler und felsiger, die Stromschnellen werden heftiger, bis wir zur Schlucht gelangen, die nach dem Schweizer Forscher Stiegler benannt wurde. Unterhalb der Steilwände säumt das Ufer ein feiner weißer Sandstrand. Ideal um an Land zu gehen und Picknick zu machen. Für uns sind es die letzten Stunden in einer anderen Welt. Kein Handy, kein Internet, kein Stress, kein schlechtes Wetter... keine schlechte Laune. Den Kaffee in der einen Hand, den Muffin in der anderen blicke ich die Felswände hinauf, wo sich ein Seeadler in der Thermik treiben lässt. Er sieht von dort oben auf dieses Häufchen kleiner Touristen mit ihren Fotoapparaten und Ferngläsern, sieht uns als das, was wir sind: ein Mikroorganismus im großen Kosmos. Leider mit der Fähigkeit großen Schaden anzurichten. Ich denke an die Schimpansen in den Mahale Mountains… wann wird man je verstehen?

 

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