Simbabwe

A Giant among Giants

Simbabwe. „Das ist doch der afrikanische Staat mit dem verrückten Mugabe“ werden Sie denken. Ja, das ist er und der ist auch noch da, aber trotzdem hat sich vieles geändert und immer mehr Veranstalter entdecken die Möglichkeiten der wundervollen Nationalparks in Simbabwe und rücken wieder die Schönheit dieses afrikanischen Staates in den Vordergrund. Ich halte mich grundsätzlich für einen relativ vorurteilsfreien Menschen, entsprechend offen bin ich natürlich für alles Neue, besonders wenn es um Afrika geht. Simbabwe stand allerdings nicht gerade auf meiner Agenda. Doch als ich eines Tages Besuch bekam von Beks Ndlovu, dem Inhaber von African Bush Camps, hat es nur wenige Minuten gebraucht, bis der Funke dieses außergewöhnlichen Menschen übersprang und ich von seiner Art und seinem Konzept fasziniert war. So fasziniert, dass ich meine Agenda umschrieb, Simbabwe ganz nach oben rückte. Mein Gefühl hat mich – nicht immer – aber hier zu 100% bestätigt: Noch nie habe ich Afrika so erlebt, dabei sieben Tage mit einem wertvollen Menschen und dem wahrscheinlich besten Safari-Guide des Planeten verbracht.

Afrika ist für uns Reisende vorrangig Natur und Tierwelt. Allzu oft vergessen wir, dass hier Menschen leben, die sich selbst nicht nur als Teil einer traumhaften Kulisse betrachten. Afrika wird eben auch über seine Menschen definiert und um einen Menschen geht es hier ganz besonders. Beks Ndlovu. Er war der Hauptgrund, warum ich diese Reise so geplant habe, warum ich unbedingt nach Simbabwe wollte. Alleine Beks’ Geschichte ist außergewöhnlich. In der Regel sind es doch immer die großen Veranstalter, meistens aus Südafrika, oft auch aus anderen Ländern, die in den Nationalparks ihre Lodges etablieren. Sie schmücken sich zwar mit Öko-Siegeln und mit lokalen Projekten, aber letztlich bleiben sie „die Fremden“, „die Anderen“. Beks Ndlovu ist keiner von den „Anderen“. Er ist einer von „dort“ und er hat es geschafft, seine eigenen Camps und Lodges aufzubauen. Was am Ende noch viel schöner ist: Er hat nicht von den „Fremden“ kopiert, er hat etwas Neues, etwas Einmaliges, etwas Besonderes geschaffen. Ich durfte es erleben – mit ihm – ich hatte die Freude es zu fotografieren und ich darf es nun berichten.

Ich lande auf dem kleinen Flughafen von Victoria Falls. Das Zeichen von African Bush Camps, der Elefant im Monogramm, ist auffällig und ich kann es auf der Basecap des Fahrers, der mich abholt gar nicht übersehen. Der kann mich mit meiner Kameraausrüstung eigentlich auch nicht übersehen und so rollen wir keine 15 Minuten später gemütlich los. Nach zwei Stunden auf der gut asphaltierten Hauptstraße, die Victoria Falls Airport mit der Provinzhauptstadt Bulawayo verbindet, biegen wir ab in Richtung Hwange Nationalpark. Am Haupteingang wartet auch schon Beks auf mich und wir machen uns in seinem Jeep auf den Weg in sein Somalisa Camp. Man ist müde nach einer so langen Reise, aber die Unterhaltung mit Beks macht Freude und weckt meinen Geist und Körper wieder auf. Dieser Mann ist extrem gebildet, humorvoll und einfach smart. Und er ist Wildhüter, Guide und Naturmensch. Er hat die harte – und selbst in anderen Ländern heißt es, die härteste – Guide-Schule in Simbabwe durchlaufen. Wer hier ein Mann des Busches sein möchte, muss es auch beweisen. Die Geschichten in Simbabwe über Beks sagen, er ist nicht nur einer von denen, die es bestanden haben, er ist der Beste. Man kann sich gut vorstellen was es für ein Gefühl ist neben jemanden im Jeep zu sitzen, der vielleicht einer der Besten ist – jedenfalls kein schlechtes. In der Dämmerung fahren wir langsam auf das Somalisa Camp zu. Es ist ein ungewöhnlicher Anblick. Die Camp-Zelte liegen verstreut und ohne erkennbares Muster unglaublich gut getarnt zwischen den Bäumen verstreut. Das Hauptzelt ist nicht viel größer als die Gästeunterkünfte und zwischen diesem, der hübschen Poolterrasse und der Camp Feuerstelle ist nicht einmal ein erkennbarer Weg. Doch Sie können mir glauben, was hier planlos und unstrukturiert wirkt, dem liegt das absolute System zugrunde: Beks’ Afrika System! Je näher wir kommen, umso fragwürdiger erscheinen mir die dunklen riesigen Boliden mitten im Camp. Wir halten an und Beks steigt mit einem genussvollen Grinsen aus, denn er weiß genau welches verdutzte Gesicht ich die nächsten Sekunden machen werde. Die dunklen Boliden sind Elefanten. Fünf, nein zehn, nein dreißig pilgern durch das Camp, reihen sich um den Pool auf, der als eine große Tränke fungiert: Welcome to Elephant City. Unbehagen kommt nicht eine Sekunde auf, man spürt die Gelassenheit der Dickhäuter auch ohne ein Simbabwe Guide zu sein. Langsam bewege ich mich zum Pool und setzte mich dort auf eine Liege. Die nach Wasser saugenden Rüssel sind so nahe, ich könnte die Hand zur Begrüßung ausstrecken. So viele der Giganten drängen sich hier derart eng zusammen, dass man in der Dunkelheit gar nicht zu zählen versucht. Alleine die Geräuschkulisse ist beeindruckend. Trompeten, Schmatzen und immer wieder das Wasser, welches die Elefanten erst in den Rüssel saugen und dann aus dem Rüssel in ihren Schlund laufen lassen – literweise. Es ist eine einmalige Erfahrung, eine unglaubliche dazu.

Ähnlich unglaublich setzt sich der Aufenthalt im Somalisa Camp fort. Beim Abendessen kann man sich immer noch nicht ganz auf eine Unterhaltung konzentrieren denn in der Dunkelheit sind die schwarzen großen Gestalten immer noch im Kerzenlicht erkennbar und auf jeden Fall hörbar, wenn sie das Camp passieren. Am Morgen hat sich das nicht verändert und wenn man sich im Camp frei bewegt gilt an jedem der Pfade: Elefanten haben Vorfahrt. Es kann auch schon mal passieren, dass ein neugieriger Rüssel sich im offenen Badezimmer zeigt und unverkennbar seine Vorliebe für Seife erkennen lässt. Und so natürlich wie sich diese großen Tiere durch das Camp bewegen, so gehen diese auch mit dem Camp um. Die meisten Lodgen integrieren sich optisch perfekt in die Landschaft oder den Busch. Aber Beks geht noch einen Schritt weiter und hat vielmehr sein Camp so angelegt, dass die Tiere es nicht als „unnatürlich“ wahrnehmen und somit akzeptieren. Anders kann man dieses „Miteinander“ nicht erklären. Beks’ Draht zur Natur darf ich dann in den nächsten Tagen erleben wenn wir auf Safari gehen. Einen Plan streng nach Vorschrift gibt es dabei nicht. Beks’ Plan richtet sich nach dem Busch. Wetter, Temperatur, Spuren oder Geräusche gestalten den Tagesablauf, sorgen immer für Überraschungen. So fahren wir langsam durch den tiefen Sand des Nationalparks, während Beks’ Blick immer mit einem Auge auf die Spuren gerichtet ist. Je nachdem wie viel Sand der Wind schon in die Ausbuchtungen geweht hat, liest Beks, wann die Tiere hier passiert haben. Wieder einmal halten wir plötzlich an und brechen zu einem Walk auf. Doch diesmal sind es Löwen, die wir verfolgen! Ein paar Stunden geht es durch „dick und dünn“, wir machen einen Bogen um Büffel, versuchen immer, gegen den Wind zu gehen und landen wirklich vor einer Löwenfamilie – und einer nicht gerade kleinen. Beks hat die Katzen schon sehr früh gesichtet, da habe ich noch lediglich Büsche gesehen. Als die Löwenmutter uns allerdings direkt ins Auge blickt und einen – für mein Empfinden – brutalen Warnlaut von sich gibt, habe auch ich Sichtkontakt und einen rapiden Adrenalinschub. Beks’ Ruhe und Souveränität flößen uns jedoch 100%iges Vertrauen in seine Fähigkeiten ein und die Löwen machen auch genau das, was er vorhersagt: geben diese kurze Warnung ab „Bitte nicht näher kommen“ (was wir natürlich auch nicht tun) und machen sich behutsam aus dem Staub. Wir machen uns auch aus dem Staub und treffen auf dem Rückweg noch ein paar Elefanten, für die sich Beks einen Beobachtungsposten auf zwei riesigen, vor dem Wasserloch liegenden Baumstämmen hat einfallen lassen. Eine einmalige Position von der aus wir ausgiebig das Schauspiel beobachten und über das Leben philosophieren. Egal was wir auch tun, Beks erklärt den Busch, die Tiere und die Geschichten über Safaris in einer Art und Weise, wie ich es von keinem anderen bisher auch nur ansatzweise kenne. Dazu in bestem Englisch und mit grandiosem Humor. Mit Beks erlebt man auch das afrikanische „dolce Vita“. Nichts ist hektisch, die Highlights werden ausgiebig genossen. Und für African Bush Camp sind es auch die Kleinigkeiten, die das Leben so besonders machen. Der Kaffee am Morgen ist niemals Pulverkaffe sondern immer frisch gebrüht, der Weißwein ist perfekt gekühlt, nur die Zigarren im Busch bei richtiger Luftfeuchtigkeit zu lagern, an dem Problem arbeitet Beks noch. Unvergesslich sind jedoch die einfallsreichen Sundowner, die abendliche Krönung für jeden Tag. Da kann es schon mal sein, dass Beks mit dem Jeep bis auf wenige Meter vor ein Wasserloch fährt, an dem einige Elefanten ihren Durst löschen. So weit ist das ja inzwischen alles schon bekannt, aber dann steigt Beks in aller Ruhe aus, eröffnet die Bar auf der Motorhaube und bittet, nachdem sich alle Tiere von unseren guten Absichten überzeugt haben, zum „Gin Tonic & Wine Spectacle“.

African Bush Camp hat insgesamt drei Camps in Simbabwe. Somalisa „Elephant City“ sowie Zambezi Lifestyle Camp im Hwange Nationalpark und das Kanga Camp im Mana Pools Nationalpark. Also geht es nun mit einer kleinen Maschine Richtung Nord-Ost nach Mana Pools. Beks hat für den Piloten einige der köstlichen frischen Muffins aus der Somalisa Backstube mitgebracht, auf die dieser sich schon den ganzen Flug nach Hwange gefreut hat. Von den herzhaften Küchlein gestärkt, fliegt uns der Pilot hochmotiviert etwas tiefer entlang des Sambesi, was uns einen überragenden Panoramablick beschert. Fast schon wie eine Fantasiewelt wirken die grün-braun Töne des Flusses mit seinen unendlich vielen Sandbänken. Wir überfliegen Millionen von Nilpferden, riesige Büffelherden und jede Menge Elefantentrupps, die den Sambesi bevölkern und am Ende noch das Camp. Von dem sind aber nur zwei Sonnenschirme zu entdecken, so versteckt liegt es am Flussufer. Es ist ein mobiles Zeltcamp, das heißt, es wird immer nur dann an einem passenden Ort am Ufer aufgebaut wenn Gäste kommen. Die kleinen Zelte sind ohne großen Komfort, es gibt nur das nötigste und geduscht wird mit einer „bucket shower“ (eine Dusche aus Kübeln, die den enormen Vorteil hat, gleich richtig temperiert zu sein und so einen kalt-warm Abgleich unnötig macht). Maximal vier dieser romantischen Zelte gibt es für pure Safari-Romantiker und Individualisten. Anstatt eines Pools gibt es zwei Sonnenliegen mit grandiosem Blick auf den Fluss und nicht selten links oder rechts Besuch von Beks’ großartigen Freunden, den Elefanten. Die sind hier nicht ganz so zahlreich wie in Somalisa vertreten, fühlen sich aber genauso wohl und sammeln mitten im Camp genüsslich die Früchte und Samen, die von den Akazien, Tamarind-Bäumen und Leberwurstbäumen herabgefallen sind. Die Lounge des Zambezi Lifestyle Camps ist ein weiterer Logenplatz in Beks’ Portfolio. Ein Teppich, ausgerollt im Schatten des schönsten Baumes, eine bequeme Couch und zwei Sessel tun ihr Übriges. Hauptattraktion ist einzig und alleine das Buschkino, während die coolen Drinks Ehrensache sind (richtig gekühlt und richtig gemixt). Der Mana Pools Nationalpark erstreckt sich etwa 50 km entlang des Sambesi und etwa 50 km landeinwärts in Richtung des Zambezi Escarpment. Im Westen wird der Park vom Ruckomechi River, im Osten vom Sapi River begrenzt. Zusammen mit den Safarigebieten Sapi und Cherowe gehört der etwa 2.500 qkm große Nationalpark seit 1984 zum UNESCO Weltnaturerbe. Genug Möglichkeiten also für ein ausgewogenes Safari Programm, wobei es mir mittlerweile gar nicht mehr so wichtig ist, was wir tun und wo wir es tun. Hauptsache ich bin mit Beks Ndlovu unterwegs. Und das waren wir auch hier mit dem Geländewagen, zu Fuß oder auf dem Kanu. Dazu fahren wir ein ganzes Stück flussaufwärts, um dann ohne große Anstrengung den Sambesi mit der Strömung zu bepaddeln. Zwischen den vielen Sandbänken erlebt man das ganze Flussprogramm hautnah. Krokodile, Flusspferde, Elefanten und unzählige Vogelarten. Und Beks scherzt wie immer "Mit dem Kanu ist es überhaupt nicht gefährlich. Gefährlich wird es erst dann, wenn uns ein Flusspferd angreift und wir ins Wasser müssen. Denn da warten die Krokodile auf uns." Doch das passiert einem guten Guide natürlich nicht. Er kennt die Gewässer wie seine Hosentasche. Und so paddeln wir nach einer kurzen Angel-Einlage auf einer der Sandbänke in den Sonnenuntergang zu Beks nächster Überraschung. Ein Sundowner mitten im Sambesi. Im glasklaren Wasser stehen Sonnenstühle, ein Sonnenschirm und die Bar nur wenige Zentimeter im kühlen Nass versunken und warten einladend auf uns. Sprachlos sinke ich in einen der Logenplätze, greife zum Gin Tonic, blicke auf die betörenden Farben des Sonnenuntergangs und denke: „Das ist Lifestyle!“

„But there is one more thing“ lacht Beks und wir fahren etwas weg vom Fluss in den südlicheren Teil des Nationalparks. Nach etwa zwei Stunden Fahrt erreichen wir das Kanga Camp. Völlig einsam ist das Camp mit seinen schönen Zelten um ein riesiges Wasserloch herum angelegt. Hier kann von Relaxen für einen Fotografen nicht die Rede sein. Man kann den Fotoapparat nicht für eine Sekunde aus der Hand legen, denn gerade dann passiert wieder das Außergewöhnliche. Theoretisch müsste man nicht einmal sein Zelt verlassen, um die Big Five zu sehen (abgesehen vom Nashorn, das es hier natürlich nicht gibt). Auf den ersten Blick habe ich mich in das Badezimmer des Kanga Camp verliebt. Weniger ein Zimmer und viel mehr eine reine Freiluftangelegenheit, kann man vom Waschbecken aus die ganze Szene am Wasserloch überblicken und während des Rasierens ein paar Schnappschüsse machen. Eine Pause am Abend nach Sonnenuntergang ist ebenfalls Fehlanzeige. Jetzt geht es am Wasserloch erst richtig los, da nun auch die nachtaktiven Jäger auftauchen und da kann es schon mal passieren, dass sich Löwe und Leopard in die Quere kommen. Wer noch nie auf Safari genug „Schwein“ gehabt hat ein Stachelschein auf seiner Liste endlich „abhaken“ zu können, der wird hier sicher den Stift ansetzen dürfen. Jedenfalls dauert das Abendessen länger viel länger als sonst und schuld daran sind Beks’ leise Hinweise im Minutentakt „Lion, leopard, porcupine, buffalo....“ die mich immer wieder zu meiner Kamera eilen lassen, nur bei „Elephant“, tut mir leid, da bleibe ich mittlerweile sitzen. Am Tage ist die Mission eine ganz eindeutige: Wild dogs. Der Afrikanische Wildhund, auch bekannt als Hyänenhund, gilt als stark gefährdete Art. Die größten verbliebenen Populationen leben noch im Selous Wildreservat im Süden Tansanias sowie in Simbabwe, hier in Mana Pools. Eine riesige Meute von über 20 Hunden jagt rund um das Camp und ist eine seltene Attraktion. Wir sehen die Wildhunde oft auf unseren Gamedrives, aber Beks möchte unbedingt ein Foto der gefleckten Tiere mit seiner Lodge im Hintergrund. Dafür gehen wir mehrmals am Abend und am frühen Morgen in ein dichtes Gebüsch, das direkt am Wasserloch gegenüber der Lodge als Deckung dient. In dem teilweise dornigen Versteck ist kaum Raum sich nur ansatzweise zu bewegen (das ist auch nicht erlaubt) und auf eine Unterhaltung muss man gänzlich verzichten, denn die Tiere wissen um ihre Verwundbarkeit am Wasser und vernehmen die kleinste Bewegung, den leisesten Ton. Was zählt ist eiserne Geduld, die am Ende nach etlichen Stunden belohnt wird. Die Vorhut taucht auf, dann die Nachhut, dann die Jungen. 23 Wildhunde reihen sich zum Trinken auf und verharren kurz bei den ersten Auslösern meiner Kamera, sehen aber keine Gefahr von diesem Geräusch ausgehen und löschen weiter ihren Durst. Mission erfolgreich beendet.

Auch im Kanga Camp verbringen wir eine fantastische Zeit zusammen, die viel zu schnell vergeht und nichts ahnend – wie immer - gibt es am letzten Abend die letzte große Beks Überraschung. Als wir nach unserem Gamedrive auf eine ausgetrocknete Sandbank zufahren, sehen wir bereits in einiger Entfernung die vielen Lichter der Fackeln, Kerzen und Lampen wie Sterne durch die Nacht funkeln, die Großartiges ankündigen. Lagerfeuer, Drinks, ein Dinner unter dem Sternenhimmel, das ganze Safari-Romantik-Programm vom Allerfeinsten hat man hier aufgebaut, wie ich es auch schon oft erlebt habe. Die Überraschung? Nach dem Dinner müssen wir nicht abrupt aufbrechen, wie sonst und zurück zur Lodge fahren. Beks hat in einigen der Feigenbäume Plattformen für „Starbeds“ gebaut und seine Crew hat dort längst meine Zahnbürste und das Nötigste platziert. Eine Nacht im Freien steht an. Also sitzen wir noch Stunden ums knisternde Lagefeuer an dem es sich prächtig diskutieren und philosophieren lässt. Spät wie nie zuvor steuere ich mein Bett an, klettere auf den Stufen nach oben und lege mich genüsslich in das vom Moskitonetz geschützte Bett. Im Freien Schlafen ist immer eine ganz besondere Sache, aber im Freien unter afrikanischem Himmel ist noch eine dramatische Steigerung. Die vielen Geräusche erzeugen Gänsehaut und etwas Adrenalin mischt sich bei, wenn mitten in der Nacht Löwengebrüll Mark und Bein durchdringt. Ich kann nicht alle Geräusche deuten aber das von Löwen schon, selbst wenn es Kilometer weit entfernt ist. Der Lautstärke nach zu urteilen ist es in dieser Nacht jedoch nur wenige Meter entfernt. Aber Beks Nachtlager ist ja auch nur wenige Meter entfernt und das beruhigt ungemein. Mit ein paar Unterbrechungen in dieser Nacht, aber trotzdem frisch und bester Laune folge ich von meiner Unterkunft dem Duft von frischem Kaffee. Den hat Beks bereits zubereitet und wartet mit einem Lächeln auf mich. „Did you hear the lions?“ Ich lächle nur zurück und antworte: No, they must have been too far away“. Wir genießen dieses letzte Frühstück zusammen in aller Ruhe, bevor es zurückgeht und ich dieses wundervolle Land und Beks wieder verlassen muss. Ein Abschied der mir – zugegeben – sehr schwer fällt und mir in allen bisherigen Reisen nie so passiert ist. Eine letzte Umarmung und ich kann gar nicht die Worte finden für das was ich sagen möchte.

"Dear Beks,
It is only on rare occasions that we get to know authentic and inspiring people like you. You are a blessing for Africa, for your guests, and for the African bush and I honestly hope that will remain so for as long as you wish. Any fan of Africa can only hope to experience one of your camps - possibly even meet Beks N. in person. I had come to report about African Bush Camps but there was not a single second when I felt like a journalist, I rather felt like a friend. For this I want to thank you with all my heart.

Your greatest fan

Wolfgang“

 

Die beste Reisezeit

Die beste Reisezeit ist von April bis Oktober. Von Juni bis August kann es nachts sehr kühl werden (tagsüber bleiben die Temperaturen bei 20–28°C). Der Oktober ist der heißeste Monat. Die Tierbeobachtung ist von ca. Juni bis Oktober hervorragend, denn dann ist das Gras niedriger. Zur Regenzeit von November bis März hingegen erblüht der Busch in satten Grüntönen und viele Jungtiere erblicken das Licht der Welt. Die Viktoria Fälle sind von Februar bis August besonders eindrucksvoll, da sie dann am meisten Wasser führen.

Informationen & Buchung

Abendsonne Afrika GmbH Zur Unteren Mühle 1 D-89290 Buch
Phone +49 (0)7343 / 92998-0

www.abendsonneafrika.de