North Island - North Island

 

Der Stern unter den Sternen

Die Seychellen – 115 Inseln verteilt auf einer Fläche von 400.000 Quadratkilometern östlich von Afrika und nördlich von Madagaskar. Mit ihren unzähligen warmen, feinen Sandstränden, den pittoresken Granitfelsen, viele rund und dabei weich anmutend wie ein Kinderpopo und dem türkisblauen Wasser erfüllen die Seychellen nahezu jedes Klischee eines ultimativen Urlaubsparadieses. Doch auch hier gibt es eine Steigerung: das abgelegene North Island. In einem der wohl außergewöhnlichsten Resorts dieser Welt erwartet Sie Erholung fernab des Alltags, weit weg von Touristenströmen, inmitten unberührter Natur, ungestört. Hier begegnen Sie nur einer Handvoll anderen Feriengästen und den diskreten Hotelmitarbeitern. Kein unnötiger Lärm, keine Störungen aus dem Alltag, keine überflüssige Technik. Stattdessen das Rauschen des Meeres, der leuchtende Himmel, das Singen der Palmen im Wind, weiße Strände, üppig-blühende Natur. Alles ist möglich, nichts ist übertrieben. Man selbst bestimmt den Tag: Lässt sich verwöhnen, lässt sich treiben, lässt sich fallen. Die Natur ist der Himmel, man selbst fühlt sich als Stern.

 

Willkommen

North Island erreicht man  mit dem Schiff in ca. 2 Stunden oder mit dem Helikopter in nur 20 Minuten von Mahé aus. Bereits der erste Anblick wirkt tiefenentspannend: saftiges Grün in unzähligen Schattierungen, kunstvoll über Jahrtausende von Wind und Wasser geformte Granitfelsen, kleine paradiesische Sandstrände, das Ganze umrahmt vom Türkis schimmernden Meer, kräftiger strahlend als jeder Smaragd. Während einem die Palmen ein sanftes „Willkommen“ zuwinken stellt sich ein Gefühl tiefer Zufriedenheit ein, aber auch Begeisterung, dass man dieses Kleinod entdeckt hat. Setzt man dann den ersten Fuß auf den Sand von North Island, so steht bereits ein Empfangskomitee mit kühlen Getränken und Erfrischungstüchern bereit. So weit nichts Neues, mag man denken, doch sobald man sein Gesicht in das weiße Tuch hüllt betört ein außergewöhnlicher Duft die Sinne. Alles hier ist echt und sehr intensiv. Es sind die Gewürze und Kräuter aus dem eigenen tropischen Garten, die einen kleinen aber eindrucksvollen Vorgeschmack in diesem unbedeutenden Tuch hinterlassen. Im nächsten Augenblick stellt sich uns XXX vor, der für die nächsten Tage unser persönlicher Butler sein wird.

Die Vorstellung, nun plötzlich einen „Diener“ zu haben, ist mir etwas unangenehm, scheint es doch an längst überkommene Standesdünkel zu erinnern. Doch mein Unbehagen wird von XXXs einnehmender Art und seiner ansteckend guten Laune hinweg gefegt. Am Ende unseres Aufenthalts sollten wir ihn mögen, wie einen guten Freund und er sollte unserem Aufenthalt die Krone aufsetzen. XXX muss seinen Job schon sehr lange und mit absoluter Überzeugung machen. Niemals stört er die Privatsphäre, taucht aber wie aus dem Nichts auf, wenn er spürt, dass man ihn braucht. Dann organisiert er mit Leichtigkeit und Fingerspitzengefühl unseren Tagesablauf und erfreut uns immer wieder mit neuen Ideen für Lunch, Dinner oder Unternehmungen. Wenn wir – und das kommt oft vor – an North Island denken, schwärmen und in Sehnsucht verfallen, dann denken wir auch immer an XXX, denn irgendwie ist er auch ein Teil dieses Paradieses im Indischen Ozean.

 

Schöner Wohnen

Auf  North Island hat jeder seinen persönlichen Buggy. Keine lästigen Anrufe, man möge bitte abgeholt werden – nein – man steuert selbst wohin man will und wann man will.  Das geht mit so wenigen Gästen natürlich hervorragend. Nur muss man sich die ersten Male seine Buggy Nummer gut merken, denn wenn man vom Strand oder Restaurant zurückfahren will steht das Gefährt bestimmt nicht so, wie man es geparkt hatte. Kleine unsichtbare Heinzelmännchen haben den Buggy in Fahrtrichtung geparkt und an die Ladestation angeschlossen. Und diese Heinzelmännchen – ich schwöre, dass ich sie selbst nie gesehen habe – sind irgendwie überall, verrichten kleine erfreulich-nützliche Dinge ohne großes Aufhebens, ohne „Mitteilungen“. Es wird einfach gemacht. Und nun von den kleinen Überraschungen zur großen Sensation. Das ist natürlich eine der nur elf berühmten Villen auf North Island. In einer der unzähligen Katalog-Beschreibungen liest sich das etwa so: Die 10 Villen (je 450 m²) sowie die Villa North (650 m²), alle mit viel Privat­sphäre, liegen im Osten der Insel und verfügen über zwei Schlafzimmer (oder ein Schlaf- und ein Wohnzimmer), ein großes Luxusbad mit Marmor-Badewanne, Innen- und Außendusche, Haartrockner, Ankleideraum, Klimaanlage, TV mit DVD- und CD-Player, separate Küche und einen Privatpool mit Liegebett. Hinzuzufügen wäre meinerseits: Ich habe niemals einen so einladenden Wohnbereich, ein schöneres Bad oder eine so coole Terrasse gesehen – kein übertriebener Luxus oder sinnloses „Design“, sondern pures Wohlfühlen mit und in der Natur. Die Gestaltung der Villen ist ungewöhnlich, außergewöhnlich und einzigartig. Afrikanische Bäume mitsamt ihrer Wurzeln werden als komplette Bauelemente genutzt und mit einfachen Elementen aus der Natur kombiniert. Es gilt, die kleinen Dinge des alltäglichen Lebens neu zu entdecken und so die Schönheit des Unauffälligen und leicht zu Übersehenden in der Natur wahrzunehmen. Gerade die unperfekte Simplizität gewinnt an Bedeutung, wird  zur Grundlage eines Schönheitsideals von organischen Formen und persönlichen, individuellen Lösungen. Wärme spüren, sich fallen lassen können – einfach „zu Hause“ sein – mehr braucht es auf North Island nicht. In dem von luftigen, weißen Schals umgebenen Daybed könnte man den Rest seines Lebens verbringen und es ist jeden Tag ein Kampf mit sich selbst, die Villa zu verlassen, egal ob es ins Restaurant oder zu einem der Traumstrände geht. Aber egal ob man den Kampf gewinnt oder verliert, man bleibt immer der Sieger. Ein Sieger, der sich nicht in steife Umgangsformen zwängen muss. Denn die gibt es auf North Island genauso wenig wie eine Kleiderordnung. Selbst der Manager ist barfuß anzutreffen.

 

The Taste

Wenn es um das Wohlfühlen geht, spielt Essen natürlich auch eine große Rolle und erstklassige, gesunde Ernährung beginnt mit den Zutaten. Die sind hier auf North Island besser als irgendwo anders, der Früchte- und Gemüsegarten würde den Namen „Eden“ verdienen. Die Gärtner ziehen herrlich geschmackvolle Tomaten, Gurken und Salate. Es gibt Okra, Frühlingszwiebeln, Mais, Radieschen und unzählige Kräuter. Über ein Dutzend verschiedener Bananenarten wachsen hier, ebenso wie Mangos, Passionsfrüchte, Karambole und saftige Papayas. Die Intensität des Geschmacks und der Aromen der hier auf der Insel wachsenden Produkte ist einmaIig und kann durch nichts ersetzt werden. Auch was Meeresfrüchte anbelangt, kann der Chefkoch aus dem Vollen schöpfen, denn das eigene Fischerboot sorgt für reichhaltigen Vorrat an fangfrischem Thunfisch, Marlin, Red Snapper oder anderen Köstlichkeiten. Und wie frisch das sein kann erleben wir selbst. Auf North Island sind die meisten Unternehmungen „all inclusive“ und so breche ich mit meinen beiden Kindern auch früh morgens zum Hochseefischen auf. Nach ein paar Stunden wird das Geduldsspiel mit einem gewaltigen Thunfisch an der Angel belohnt. Das Spektakel hat einige Zeit gedauert, aber mit exakten Anweisungen der Crew bringen wir den riesigen Fisch sicher an Bord. Wir haben das ganze Abenteuer noch gar nicht richtig verarbeitet, da haben wir mit Hilfe des Skippers den Thunfisch auch schon an Land gebracht und in der Küche abgegeben. Zum Lunch gibt es dann frisches Sushi und am Abend gegrillte Steaks – dreimal dürfen Sie raten – genau, vom Thunfisch. Das ist der wahre Luxus: ein unvergessliches Erlebnis. Und davon gibt es viele auf North Island, denn jedes Frühstück, jedes Lunch und jeder Abend garantiert so einen besonderen Moment. So kann es durchaus sein, dass XXX uns zum Frühstück an den Strand bittet. Dort erwartet uns ein liebevoll gedeckter Tisch mit duftendem Kaffee, frischen Croissants und Früchten. Angerichtet im pulvrigen schneeweißen Sand vor unglaublicher Kulisse. Oder ein Picknick am West Beach, ein BBQ unter den Palmen, ein Abendessen mit Feuer und Kerzenlicht am einsamen Strand, ein Sundowner auf den Felsen, ein romantisches Dinner in der Villa. Die Liste ist lang und man möchte keinen dieser Momente missen. Und ganz nebenbei bemerkt, wir befinden uns an einem der schönsten Strände der Welt und haben nicht selten das Gefühl, dass er uns ganz alleine gehört – für diesen Moment.

 

Zeit für Meer und mehr

Wer Action sucht, dem kann auch geholfen werden. Das bestens ausgestattete PADI Zentrum erschließt Tauchern mit viel oder wenig Erfahrung die Welt unter Wasser und eines der beiden Motorboote entführt die Gäste auch gerne zum Hochseefischen oder zu einer Schnorcheltour. Nicht verpassen (!) sollte man einen Walk auf einen der drei Hügel der Insel. Abgestuft nach Schwierigkeitsgraden scheinen die Hügel wie Eckpfeiler die Insel zu umrahmen. Stapft man den Weg hinauf, entlang der exotischen Pflanzen und Jahrhunderte alten Felsmassive scheint die Zeit auf North Island wirklich stehen geblieben zu sein. Seit Ende der neunziger Jahre Wilderness Safaris die Insel übernommen hat, wird North Island ökologisch behutsam geführt und die damals ins Leben gerufene Philosophie der Insel wird mit Herz und Seele gelebt. Es geht darum, das inseleigene Ökosystem mit seiner großartigen Flora und Fauna zu schützen, es sogar mehr und mehr in seinen ursprünglichen Zustand zurück zu versetzen. Der heutige Gast ahnt kaum, welcher „Kampf“ hier stattfand, nachdem die britische East India Company die Insel im Jahre 1609 entdeckt hatte. Zunächst fielen eine Menge der Riesenschildkröten den Seefahrern als Proviant zum Opfer. Vom 19. bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde North Island dann quasi zu einer Nutzinsel betrieben. Fremde Tiere wurden eingeführt und die Insel wurde als Plantage für Früchte, Gewürze und vor allem Kokosnüsse betrieben. Als die Plantage schließlich nicht mehr genutzt wurde, verdrängten die fremden Pflanzen und nun verwildernden Schweine, Rinder oder Katzen relativ rasch die einheimische Flora und Fauna – bis 1997 der bereits erwähnte Umschwung einsetzte. Seitdem wurden über 750.000 Bäume und Pflanzen der ursprünglichen Vegetation vom Team auf North Island gepflanzt. Und so kann man nun wieder einen unfassbaren Artenreichtum bestaunen, wie die kunstvoll gewachsenen Banyanbäume, die zahlreich auf der Insel posieren. Aber auch der Tierwelt haben sich die passionierten Ökologen gewidmet und so gibt es mittlerweile wieder über 90 Aldabra Riesenschildkröten, die hier schon immer lebten und nirgendwo auf der Welt größer und älter werden. Selbst wenn wir niemals so alt wie diese Schildkröten werden, so können wir doch unseren persönlichen Jungbrunnen entdecken, indem wir den Weg auf den kleinsten Hügel der Insel einschlagen und uns in den dort oben gelegenen SPA begeben. Hier oben vereinen sich Ruhe, Ausblick und geniale Düfte zu einem ganz besonderen Energie-Cocktail. Die zauberhaften Damen tun dann ein Übriges für die Pflege Ihres Körpers mit Schönheitsbehandlungen und Massagen oder einer Meditation. Für was Sie sich auch entscheiden, es wird Balsam für Ihren Körper und Ihre Seele sein. Die Momente der Ruhe, der Stille, der Erholung hoch oben über dem türkisen Meer sind weitaus mehr als nur zeitgemäße Wellness-Treatments.

 

Das Ritual

Man steigt in seinen Buggy und es stellt sich die Frage, welchen der Strände man nun ansteuert: Den der Petit Anse (Frz. für „kleine Bucht“)? An den East Beach? Den West Beach? Oder lieber an den kleinsten Strand der Insel, der passenderweise Honeymoon Beach heißt? Wenn es aber langsam gegen Sonnenuntergang geht, dann ist die Antwort vorprogrammiert. Es muss der West Beach sein. Dann geht es quer über die Insel, man durchkurvt den dichten Dschungel bergauf und bergab mit seinem Vehikel und fühlt sich ein bisschen wie in "Jurassic Park". Mit dem angenehmen Unterschied, dass die größten Reptilien auf North Island keine Dinosaurier sind, sondern Eidechsen oder Schildkröten. Und die riesigen Schildkröten können auch mitten auf dem Weg liegen, deshalb sollte man immer vorsichtig fahren, besonders bei Dunkelheit. Am West Beach angekommen geht es wie durch einen kleinen Tunnel von Palmen und Pflanzen auf die kleine Bar zu. Plötzlich öffnet sich der Blick auf das Schauspiel des Sonnenuntergangs an diesem unglaublichen Traumstrand. Während man noch wie angewurzelt vor Glück da steht und sich kaum entscheiden kann, welchen der vielen kuscheligen Plätze man für die nächsten Stunden beanspruchen will, wird man schon vom lustigen Barkeeper nach dem Sundowner gefragt. Man weiß sofort: dies soll zum abendlichen Ritual werden. Und immer wieder betört der feine, pure Sand, der so makellos ist, als würde er jeden Morgen frisch gesiebt. Kaum Menschen, manchmal sogar Augenblicke völliger Einsamkeit untermalt vom Meeresrauschen zum perfekt temperierten Sauvignon blanc. Zu den Drinks werden geröstete Kokosnuss und Bananenchips gereicht und nun beginnt der wahre Luxus: Nicht nur der Körper, sondern auch der Kopf nimmt allmählich Abschied vom Alltag. Skurrile Präsidenten, unerträgliche Kriege, menschenunwürdige Anschläge rücken in die Ferne...

North Island hat dann doch auch einen negativen Aspekt: Man muss irgendwann wieder Lebwohl sagen. Und dieser Abschied fällt schwer, sehr schwer. Leichte Melancholie legt sich am Morgen der Abreise unweigerlich aufs Gemüt. Man sagt ja man geht immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Das weinende kommt unweigerlich mit dem Hubschrauber, der langsam abhebt und dann ziemlich schnell alles immer kleiner werden lässt: zuerst die winkenden Menschen am Boden, dann die Palmen, dann die Insel, bis schließlich nur noch eine Silhouette am Horizont bleibt. Doch wo bleibt nun das lachende Auge? Nach einer gewissen Zeit bemerkt man, dass es bereits da ist und nie mehr weg geht. Es kam mit der Erinnerung.

 

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