Naturhotel Pfösl

Naturhotel Pfösl

Naturhotel Pfösl

Auf der Sonnenseite

 

Was man in 88 Tagen Bauzeit schaffen kann? Offensichtlich eine ganze Menge, beweist man im Naturhotel Pfösl im Eggental. Einen Trakt mit 20 Gartensuiten, der sich im Hang versteckt, den Bewohnern aber wunderbar beruhigende Ausblicke ins Grün und auf den zerklüfteten Rosengarten beschert. Drei Chalets auf Stelzen im Hang platziert, einen Wellnessbereich mit schönen Ruheräumen und dem absoluten Highlight, einem 25 Meter langen Pool, der auf seinen letzten sechs Metern zu fliegen scheint. Man schwimmt dem grandiosem Bergpanorama entgegen, das sich in einem 270 Grad-Blick eröffnet: Latemar, Rosengarten und Schlern, der Südtiroler Hausberg, um den sich zahlreiche Legenden spinnen. Dazu neue lichte, modern ausgestattete Restauranträume. Die Fassade des Bestandhotels bekam eine anthrazitfarbene Holzverkleidung, die dem Pfösl einen supermodernen Look verpasst, sich in ihrer Gestaltung mit den gekreuzten Balken am Aussehen des 300 Jahre alten Stadl gegenüber orientiert und die Verbindung zum Neuen herstellt.

Gelungen ist dies alles im Naturhotel Pfösl im noch unentdeckten Südtiroler Eggental südöstlich von Bozen, das Anfang Juni wiedereröffnet hat. Dem Bauzeit-Sprint ging ein 820 Tage dauernder Planungs-Marathon voraus. Das war die Voraussetzung fürs Gelingen, berichten die beiden Schwestern Brigitte und Eva Zelger, die das Hotel 2007 von den Eltern übernommen haben und es nun gemeinsam mit Brigittes Ehemann Daniel führen. Sie hatten den Wunsch einen besonderen Kraftplatz und Rückzugsort zu schaffen. Das spiegelt sich in der Verwendung der verwendeten Materialien wider, dem duftenden unbehandelten Zirbenholz, dem eine positive Wirkung auf Herz- und Kreislauf zugeschrieben wird, aber auch in der Gestaltung der Außenanlagen und des Gartens. Der ist umgeben von 35 Hektar Wiesen und Wälder, die Gebäude gruppieren sich um eine „Urkraftoase“, mit einem Bauerngarten und Himbeerhecken, einem Teich, einem Kneipp-Parcours, Hochbeeten und einem 300 Jahre alten Brotbackofen. Einmal pro Woche wird er angefeuert und dann bäckt Brigitte das Brot für die ganze Woche. Für Gäste bietet sie Brotbackkurse an. In den Hochbeeten wachsen  Weißer Salbei, Wacholder, Lavendel und Engelwurz für die frische und fantasievolle Küche von Markus Thurner. Die Kräuter werden auch für die Behandlungen im Spa verwendet, die Aufgüsse in der Sauna und fürs Räuchern in den Räumen als Reinigungsritual.

Eine ganz eigene naturnahe Atmosphäre haben die neu gebauten Suiten. Sie sind in flachen langgestreckten Riegeln in die Wiesen gebaut aus Beton, Holz und Glas, eingerichtet mit schönen, schlichten Stücken. In die bodentief verglaste Fensternische ist eine breite Liege platziert, so dass man auch bei Regenwetter das Gefühl hat, mitten in der blühenden Wiese zu liegen. Wer noch mehr Privatsphäre wünscht, wird sich in einem der drei aus Holz konstruierten Chalets wohlfühlen. Ihr reduzierter Baukörper lehnt sich an die einfache traditionelle Bauweise der Region an. Außen schwarz verschwimmen sie fast mit dem Waldrand, innen bringt helles Holz und viel Glas Leichtigkeit. Das gemeinsam mit den Architekten des Südtiroler Büros bergmeisterwolf realisierte Konzept war preiswürdig, wurde in der Kategorie „Hotel/Architektur international“ mit dem Hotel & Design Award 2017 ausgezeichnet.

 

www.pfoesl.it