Simbabwe Safari

Simbabwe Safari

Simbabwe Safari

 

A Giant among Giants

Simbabwe. „Das ist doch der afrikanische Staat mit dem verrückten Mugabe“ werden Sie denken. Ja, das ist er und der ist auch noch da, aber trotzdem hat sich vieles geändert und immer mehr Veranstalter entdecken die Möglichkeiten der wundervollen Nationalparks in Simbabwe und rücken wieder die Schönheit dieses afrikanischen Staates in den Vordergrund. Ich halte mich grundsätzlich für einen relativ vorurteilsfreien Menschen, entsprechend offen bin ich natürlich für alles Neue, besonders wenn es um Afrika geht. Simbabwe stand allerdings nicht gerade auf meiner Agenda. Doch als ich eines Tages Besuch bekam von Beks Ndlovu, dem Inhaber von African Bush Camps, hat es nur wenige Minuten gebraucht, bis der Funke dieses außergewöhnlichen Menschen übersprang und ich von seiner Art und seinem Konzept fasziniert war. So fasziniert, dass ich meine Agenda umschrieb, Simbabwe ganz nach oben rückte. Mein Gefühl hat mich – nicht immer – aber hier zu 100% bestätigt: Noch nie habe ich Afrika so erlebt, dabei sieben Tage mit einem wertvollen Menschen und dem wahrscheinlich besten Safari-Guide des Planeten verbracht.

Afrika ist für uns Reisende vorrangig Natur und Tierwelt. Allzu oft vergessen wir, dass hier Menschen leben, die sich selbst nicht nur als Teil einer traumhaften Kulisse betrachten. Afrika wird eben auch über seine Menschen definiert und um einen Menschen geht es hier ganz besonders. Beks Ndlovu. Er war der Hauptgrund, warum ich diese Reise so geplant habe, warum ich unbedingt nach Simbabwe wollte. Alleine Beks’ Geschichte ist außergewöhnlich. In der Regel sind es doch immer die großen Veranstalter, meistens aus Südafrika, oft auch aus anderen Ländern, die in den Nationalparks ihre Lodges etablieren. Sie schmücken sich zwar mit Öko-Siegeln und mit lokalen Projekten, aber letztlich bleiben sie „die Fremden“, „die Anderen“. Beks Ndlovu ist keiner von den „Anderen“. Er ist einer von „dort“ und er hat es geschafft, seine eigenen Camps und Lodges aufzubauen. Was am Ende noch viel schöner ist: Er hat nicht von den „Fremden“ kopiert, er hat etwas Neues, etwas Einmaliges, etwas Besonderes geschaffen. Ich durfte es erleben – mit ihm – ich hatte die Freude es zu fotografieren und ich darf es nun berichten.

Ich lande auf dem kleinen Flughafen von Victoria Falls. Das Zeichen von African Bush Camps, der Elefant im Monogramm, ist auffällig und ich kann es auf der Basecap des Fahrers, der mich abholt gar nicht übersehen. Der kann mich mit meiner Kameraausrüstung eigentlich auch nicht übersehen und so rollen wir keine 15 Minuten später gemütlich los. Nach zwei Stunden auf der gut asphaltierten Hauptstraße, die Victoria Falls Airport mit der Provinzhauptstadt Bulawayo verbindet, biegen wir ab in Richtung Hwange Nationalpark. Am Haupteingang wartet auch schon Beks auf mich und wir machen uns in seinem Jeep auf den Weg in sein Somalisa Camp. Man ist müde nach einer so langen Reise, aber die Unterhaltung mit Beks macht Freude und weckt meinen Geist und Körper wieder auf. Dieser Mann ist extrem gebildet, humorvoll und einfach smart. Und er ist Wildhüter, Guide und Naturmensch. Er hat die harte – und selbst in anderen Ländern heißt es, die härteste – Guide-Schule in Simbabwe durchlaufen. Wer hier ein Mann des Busches sein möchte, muss es auch beweisen. Die Geschichten in Simbabwe über Beks sagen, er ist nicht nur einer von denen, die es bestanden haben, er ist der Beste. Man kann sich gut vorstellen was es für ein Gefühl ist neben jemanden im Jeep zu sitzen, der vielleicht einer der Besten ist – jedenfalls kein schlechtes. In der Dämmerung fahren wir langsam auf das Somalisa Camp zu. Es ist ein ungewöhnlicher Anblick. Die Camp-Zelte liegen verstreut und ohne erkennbares Muster unglaublich gut getarnt zwischen den Bäumen verstreut. Das Hauptzelt ist nicht viel größer als die Gästeunterkünfte und zwischen diesem, der hübschen Poolterrasse und der Camp Feuerstelle ist nicht einmal ein erkennbarer Weg. Doch Sie können mir glauben, was hier planlos und unstrukturiert wirkt, dem liegt das absolute System zugrunde: Beks’ Afrika System! Je näher wir kommen, umso fragwürdiger erscheinen mir die dunklen riesigen Boliden mitten im Camp. Wir halten an und Beks steigt mit einem genussvollen Grinsen aus, denn er weiß genau welches verdutzte Gesicht ich die nächsten Sekunden machen werde. Die dunklen Boliden sind Elefanten. Fünf, nein zehn, nein dreißig pilgern durch das Camp, reihen sich um den Pool auf, der als eine große Tränke fungiert: Welcome to Elephant City. Unbehagen kommt nicht eine Sekunde auf, man spürt die Gelassenheit der Dickhäuter auch ohne ein Simbabwe Guide zu sein. Langsam bewege ich mich zum Pool und setzte mich dort auf eine Liege. Die nach Wasser saugenden Rüssel sind so nahe, ich könnte die Hand zur Begrüßung ausstrecken. So viele der Giganten drängen sich hier derart eng zusammen, dass man in der Dunkelheit gar nicht zu zählen versucht. Alleine die Geräuschkulisse ist beeindruckend. Trompeten, Schmatzen und immer wieder das Wasser, welches die Elefanten erst in den Rüssel saugen und dann aus dem Rüssel in ihren Schlund laufen lassen – literweise. Es ist eine einmalige Erfahrung, eine unglaubliche dazu.

Ähnlich unglaublich setzt sich der Aufenthalt im Somalisa Camp fort. Beim Abendessen kann man sich immer noch nicht ganz auf eine Unterhaltung konzentrieren denn in der Dunkelheit sind die schwarzen großen Gestalten immer noch im Kerzenlicht erkennbar und auf jeden Fall hörbar, wenn sie das Camp passieren. Am Morgen hat sich das nicht verändert und wenn man sich im Camp frei bewegt gilt an jedem der Pfade: Elefanten haben Vorfahrt. Es kann auch schon mal passieren, dass ein neugieriger Rüssel sich im offenen Badezimmer zeigt und unverkennbar seine Vorliebe für Seife erkennen lässt. Und so natürlich wie sich diese großen Tiere durch das Camp bewegen, so gehen diese auch mit dem Camp um. Die meisten Lodgen integrieren sich optisch perfekt in die Landschaft oder den Busch. Aber Beks geht noch einen Schritt weiter und hat vielmehr sein Camp so angelegt, dass die Tiere es nicht als „unnatürlich“ wahrnehmen und somit akzeptieren. Anders kann man dieses „Miteinander“ nicht erklären. Beks’ Draht zur Natur darf ich dann in den nächsten Tagen erleben wenn wir auf Safari gehen. Einen Plan streng nach Vorschrift gibt es dabei nicht. Beks’ Plan richtet sich nach dem Busch. Wetter, Temperatur, Spuren oder Geräusche gestalten den Tagesablauf, sorgen immer für Überraschungen. So fahren wir langsam durch den tiefen Sand des Nationalparks, während Beks’ Blick immer mit einem Auge auf die Spuren gerichtet ist. Je nachdem wie viel Sand der Wind schon in die Ausbuchtungen geweht hat, liest Beks, wann die Tiere hier passiert haben. Wieder einmal halten wir plötzlich an und brechen zu einem Walk auf. Doch diesmal sind es Löwen, die wir verfolgen! Ein paar Stunden geht es durch „dick und dünn“, wir machen einen Bogen um Büffel, versuchen immer, gegen den Wind zu gehen und landen wirklich vor einer Löwenfamilie – und einer nicht gerade kleinen. Beks hat die Katzen schon sehr früh gesichtet, da habe ich noch lediglich Büsche gesehen. Als die Löwenmutter uns allerdings direkt ins Auge blickt und einen – für mein Empfinden – brutalen Warnlaut von sich gibt, habe auch ich Sichtkontakt und einen rapiden Adrenalinschub. Beks’ Ruhe und Souveränität flößen uns jedoch 100%iges Vertrauen in seine Fähigkeiten ein und die Löwen machen auch genau das, was er vorhersagt: geben diese kurze Warnung ab „Bitte nicht näher kommen“ (was wir natürlich auch nicht tun) und machen sich behutsam aus dem Staub. Wir machen uns auch aus dem Staub und treffen auf dem Rückweg noch ein paar Elefanten, für die sich Beks einen Beobachtungsposten auf zwei riesigen, vor dem Wasserloch liegenden Baumstämmen hat einfallen lassen. Eine einmalige Position von der aus wir ausgiebig das Schauspiel beobachten und über das Leben philosophieren. Egal was wir auch tun, Beks erklärt den Busch, die Tiere und die Geschichten über Safaris in einer Art und Weise, wie ich es von keinem anderen bisher auch nur ansatzweise kenne. Dazu in bestem Englisch und mit grandiosem Humor. Mit Beks erlebt man auch das afrikanische „dolce Vita“. Nichts ist hektisch, die Highlights werden ausgiebig genossen. Und für African Bush Camp sind es auch die Kleinigkeiten, die das Leben so besonders machen. Der Kaffee am Morgen ist niemals Pulverkaffe sondern immer frisch gebrüht, der Weißwein ist perfekt gekühlt, nur die Zigarren im Busch bei richtiger Luftfeuchtigkeit zu lagern, an dem Problem arbeitet Beks noch. Unvergesslich sind jedoch die einfallsreichen Sundowner, die abendliche Krönung für jeden Tag. Da kann es schon mal sein, dass Beks mit dem Jeep bis auf wenige Meter vor ein Wasserloch fährt, an dem einige Elefanten ihren Durst löschen. So weit ist das ja inzwischen alles schon bekannt, aber dann steigt Beks in aller Ruhe aus, eröffnet die Bar auf der Motorhaube und bittet, nachdem sich alle Tiere von unseren guten Absichten überzeugt haben, zum „Gin Tonic & Wine Spectacle“.

African Bush Camp hat insgesamt drei Camps in Simbabwe. Somalisa „Elephant City“ sowie Zambezi Lifestyle Camp im Hwange Nationalpark und das Kanga Camp im Mana Pools Nationalpark. Also geht es nun mit einer kleinen Maschine Richtung Nord-Ost nach Mana Pools. Beks hat für den Piloten einige der köstlichen frischen Muffins aus der Somalisa Backstube mitgebracht, auf die dieser sich schon den ganzen Flug nach Hwange gefreut hat. Von den herzhaften Küchlein gestärkt, fliegt uns der Pilot hochmotiviert etwas tiefer entlang des Sambesi, was uns einen überragenden Panoramablick beschert. Fast schon wie eine Fantasiewelt wirken die grün-braun Töne des Flusses mit seinen unendlich vielen Sandbänken. Wir überfliegen Millionen von Nilpferden, riesige Büffelherden und jede Menge Elefantentrupps, die den Sambesi bevölkern und am Ende noch das Camp. Von dem sind aber nur zwei Sonnenschirme zu entdecken, so versteckt liegt es am Flussufer. Es ist ein mobiles Zeltcamp, das heißt, es wird immer nur dann an einem passenden Ort am Ufer aufgebaut wenn Gäste kommen. Die kleinen Zelte sind ohne großen Komfort, es gibt nur das nötigste und geduscht wird mit einer „bucket shower“ (eine Dusche aus Kübeln, die den enormen Vorteil hat, gleich richtig temperiert zu sein und so einen kalt-warm Abgleich unnötig macht). Maximal vier dieser romantischen Zelte gibt es für pure Safari-Romantiker und Individualisten. Anstatt eines Pools gibt es zwei Sonnenliegen mit grandiosem Blick auf den Fluss und nicht selten links oder rechts Besuch von Beks’ großartigen Freunden, den Elefanten. Die sind hier nicht ganz so zahlreich wie in Somalisa vertreten, fühlen sich aber genauso wohl und sammeln mitten im Camp genüsslich die Früchte und Samen, die von den Akazien, Tamarind-Bäumen und Leberwurstbäumen herabgefallen sind. Die Lounge des Zambezi Lifestyle Camps ist ein weiterer Logenplatz in Beks’ Portfolio. Ein Teppich, ausgerollt im Schatten des schönsten Baumes, eine bequeme Couch und zwei Sessel tun ihr Übriges. Hauptattraktion ist einzig und alleine das Buschkino, während die coolen Drinks Ehrensache sind (richtig gekühlt und richtig gemixt). Der Mana Pools Nationalpark erstreckt sich etwa 50 km entlang des Sambesi und etwa 50 km landeinwärts in Richtung des Zambezi Escarpment. Im Westen wird der Park vom Ruckomechi River, im Osten vom Sapi River begrenzt. Zusammen mit den Safarigebieten Sapi und Cherowe gehört der etwa 2.500 qkm große Nationalpark seit 1984 zum UNESCO Weltnaturerbe. Genug Möglichkeiten also für ein ausgewogenes Safari Programm, wobei es mir mittlerweile gar nicht mehr so wichtig ist, was wir tun und wo wir es tun. Hauptsache ich bin mit Beks Ndlovu unterwegs. Und das waren wir auch hier mit dem Geländewagen, zu Fuß oder auf dem Kanu. Dazu fahren wir ein ganzes Stück flussaufwärts, um dann ohne große Anstrengung den Sambesi mit der Strömung zu bepaddeln. Zwischen den vielen Sandbänken erlebt man das ganze Flussprogramm hautnah. Krokodile, Flusspferde, Elefanten und unzählige Vogelarten. Und Beks scherzt wie immer "Mit dem Kanu ist es überhaupt nicht gefährlich. Gefährlich wird es erst dann, wenn uns ein Flusspferd angreift und wir ins Wasser müssen. Denn da warten die Krokodile auf uns." Doch das passiert einem guten Guide natürlich nicht. Er kennt die Gewässer wie seine Hosentasche. Und so paddeln wir nach einer kurzen Angel-Einlage auf einer der Sandbänke in den Sonnenuntergang zu Beks nächster Überraschung. Ein Sundowner mitten im Sambesi. Im glasklaren Wasser stehen Sonnenstühle, ein Sonnenschirm und die Bar nur wenige Zentimeter im kühlen Nass versunken und warten einladend auf uns. Sprachlos sinke ich in einen der Logenplätze, greife zum Gin Tonic, blicke auf die betörenden Farben des Sonnenuntergangs und denke: „Das ist Lifestyle!“

„But there is one more thing“ lacht Beks und wir fahren etwas weg vom Fluss in den südlicheren Teil des Nationalparks. Nach etwa zwei Stunden Fahrt erreichen wir das Kanga Camp. Völlig einsam ist das Camp mit seinen schönen Zelten um ein riesiges Wasserloch herum angelegt. Hier kann von Relaxen für einen Fotografen nicht die Rede sein. Man kann den Fotoapparat nicht für eine Sekunde aus der Hand legen, denn gerade dann passiert wieder das Außergewöhnliche. Theoretisch müsste man nicht einmal sein Zelt verlassen, um die Big Five zu sehen (abgesehen vom Nashorn, das es hier natürlich nicht gibt). Auf den ersten Blick habe ich mich in das Badezimmer des Kanga Camp verliebt. Weniger ein Zimmer und viel mehr eine reine Freiluftangelegenheit, kann man vom Waschbecken aus die ganze Szene am Wasserloch überblicken und während des Rasierens ein paar Schnappschüsse machen. Eine Pause am Abend nach Sonnenuntergang ist ebenfalls Fehlanzeige. Jetzt geht es am Wasserloch erst richtig los, da nun auch die nachtaktiven Jäger auftauchen und da kann es schon mal passieren, dass sich Löwe und Leopard in die Quere kommen. Wer noch nie auf Safari genug „Schwein“ gehabt hat ein Stachelschein auf seiner Liste endlich „abhaken“ zu können, der wird hier sicher den Stift ansetzen dürfen. Jedenfalls dauert das Abendessen länger viel länger als sonst und schuld daran sind Beks’ leise Hinweise im Minutentakt „Lion, leopard, porcupine, buffalo....“ die mich immer wieder zu meiner Kamera eilen lassen, nur bei „Elephant“, tut mir leid, da bleibe ich mittlerweile sitzen. Am Tage ist die Mission eine ganz eindeutige: Wild dogs. Der Afrikanische Wildhund, auch bekannt als Hyänenhund, gilt als stark gefährdete Art. Die größten verbliebenen Populationen leben noch im Selous Wildreservat im Süden Tansanias sowie in Simbabwe, hier in Mana Pools. Eine riesige Meute von über 20 Hunden jagt rund um das Camp und ist eine seltene Attraktion. Wir sehen die Wildhunde oft auf unseren Gamedrives, aber Beks möchte unbedingt ein Foto der gefleckten Tiere mit seiner Lodge im Hintergrund. Dafür gehen wir mehrmals am Abend und am frühen Morgen in ein dichtes Gebüsch, das direkt am Wasserloch gegenüber der Lodge als Deckung dient. In dem teilweise dornigen Versteck ist kaum Raum sich nur ansatzweise zu bewegen (das ist auch nicht erlaubt) und auf eine Unterhaltung muss man gänzlich verzichten, denn die Tiere wissen um ihre Verwundbarkeit am Wasser und vernehmen die kleinste Bewegung, den leisesten Ton. Was zählt ist eiserne Geduld, die am Ende nach etlichen Stunden belohnt wird. Die Vorhut taucht auf, dann die Nachhut, dann die Jungen. 23 Wildhunde reihen sich zum Trinken auf und verharren kurz bei den ersten Auslösern meiner Kamera, sehen aber keine Gefahr von diesem Geräusch ausgehen und löschen weiter ihren Durst. Mission erfolgreich beendet.

Auch im Kanga Camp verbringen wir eine fantastische Zeit zusammen, die viel zu schnell vergeht und nichts ahnend – wie immer - gibt es am letzten Abend die letzte große Beks Überraschung. Als wir nach unserem Gamedrive auf eine ausgetrocknete Sandbank zufahren, sehen wir bereits in einiger Entfernung die vielen Lichter der Fackeln, Kerzen und Lampen wie Sterne durch die Nacht funkeln, die Großartiges ankündigen. Lagerfeuer, Drinks, ein Dinner unter dem Sternenhimmel, das ganze Safari-Romantik-Programm vom Allerfeinsten hat man hier aufgebaut, wie ich es auch schon oft erlebt habe. Die Überraschung? Nach dem Dinner müssen wir nicht abrupt aufbrechen, wie sonst und zurück zur Lodge fahren. Beks hat in einigen der Feigenbäume Plattformen für „Starbeds“ gebaut und seine Crew hat dort längst meine Zahnbürste und das Nötigste platziert. Eine Nacht im Freien steht an. Also sitzen wir noch Stunden ums knisternde Lagefeuer an dem es sich prächtig diskutieren und philosophieren lässt. Spät wie nie zuvor steuere ich mein Bett an, klettere auf den Stufen nach oben und lege mich genüsslich in das vom Moskitonetz geschützte Bett. Im Freien Schlafen ist immer eine ganz besondere Sache, aber im Freien unter afrikanischem Himmel ist noch eine dramatische Steigerung. Die vielen Geräusche erzeugen Gänsehaut und etwas Adrenalin mischt sich bei, wenn mitten in der Nacht Löwengebrüll Mark und Bein durchdringt. Ich kann nicht alle Geräusche deuten aber das von Löwen schon, selbst wenn es Kilometer weit entfernt ist. Der Lautstärke nach zu urteilen ist es in dieser Nacht jedoch nur wenige Meter entfernt. Aber Beks Nachtlager ist ja auch nur wenige Meter entfernt und das beruhigt ungemein. Mit ein paar Unterbrechungen in dieser Nacht, aber trotzdem frisch und bester Laune folge ich von meiner Unterkunft dem Duft von frischem Kaffee. Den hat Beks bereits zubereitet und wartet mit einem Lächeln auf mich. „Did you hear the lions?“ Ich lächle nur zurück und antworte: No, they must have been too far away“. Wir genießen dieses letzte Frühstück zusammen in aller Ruhe, bevor es zurückgeht und ich dieses wundervolle Land und Beks wieder verlassen muss. Ein Abschied der mir – zugegeben – sehr schwer fällt und mir in allen bisherigen Reisen nie so passiert ist. Eine letzte Umarmung und ich kann gar nicht die Worte finden für das was ich sagen möchte.

"Dear Beks,
It is only on rare occasions that we get to know authentic and inspiring people like you. You are a blessing for Africa, for your guests, and for the African bush and I honestly hope that will remain so for as long as you wish. Any fan of Africa can only hope to experience one of your camps - possibly even meet Beks N. in person. I had come to report about African Bush Camps but there was not a single second when I felt like a journalist, I rather felt like a friend. For this I want to thank you with all my heart.

Your greatest fan

Wolfgang“

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Simbabwe ist eines der weniger beachteten Safari Destinationen. Das liegt weniger an seinen Möglichkeiten als an der seit Jahren herrschenden unstabilen politischen Situation. Simbabwe hat vor allem eines zu bieten. Die oft besten Guides in ganz Afrika. Walking Safaris in Simbabwe sind berühmt wegen der erfahrenen und außergewöhnlichen Guides. Die Qualität liegt an der besonderen Ausbildung, die Guides hier durchlaufen müssen. Ganz an der Spitze ist Bek’s Ndlovu, der auch sein eigenes Safariunternehmen hat. Seine Lodgen sind einmalig und jenseits des Normalen. Als eingefleischter Safari-Freak muss man die beiden Camps Somalisa und Kanga auf seiner „to do“ Liste haben – und zwar ganz oben. Wer das nötige Kleingeld besitzt sollte auf jeden Fall auch Bek’s als privaten Guide buchen. Das ganz Besondere ist garantiert! Die beiden großen Nationalparks sind Hwange und Mana Pools und natürlich lässt sich eine Simbabwe Reise ideal mit den Victoria Falls kombinieren.

 

Victoria Falls

Eine ideale Reisezeit für die Victoria Falls gibt es nicht so richtig. Es hängt letztendlich vielmehr davon ab was man machen möchte. In der Niedrigzeit kommt nur ein kleines Bächlein über die Fälle, während bei Hochwasser das ganze Gebiet der Fälle unter einer großen Nebelwolke verschwindet. Bei letzterem kann man aber so gut wie gar nichts in dieser gewaltigen Wasserwolke sehen. Es ist gar nicht möglich trocken von den Fällen zurück zu kehren. Man sollte auch mit seiner Kamera Ausrüstung aufpassen, den selbst unter den zu leihenden wasserdichten Ponchos wird es am Ende nass.

Die beste Reisezeit ist so gegen Ende der Trockenzeit, denn dann ist die Wassermenge nicht mehr allzu groß, aber dennoch sehr eindrucksvoll. Bei Pegelhöchststand ist so viel Gischt in der Luft, dass die Fälle nicht wirklich einsehbar sind, man ziemlich nass wird und kaum fotografieren oder filmen kann. Der niedrigste Wasserstand ist im November / Dezember, wenn weniger als 20 000 Kubikmeter Wasser pro Minute in die Schlucht stürzen. Der höchste Wasserstand ist von Februar bis April, wenn mehr als 550 000 Kubikmeter Wasser pro Minute in die Schlucht stürzen.

 

 

Hwange

Der Hwange ist das größte Wildreservat Simbabwes und liegt an der Grenze zu Botswana und den Ausläufern der Kalahari. Er stellt ein Übergangsgebiet von der Wüste im Südwesten zu den feuchteren Savannen im Nordosten dar und liegt durchgehend 938 - 1152 m über dem Meeresspiegel. Hier fällt deutlich weniger Regen als im Landesdurchschnitt. Der heißeste Monat ist der Oktober mit Spitzentemperaturen von 34°C, am kühlsten ist es im Juni und im Juli, mit immer noch angenehmen 25°C tagsüber. Juli bis September sind die sonnigsten Monate, mit 10 bzw. 11 Sonnenstunden pro Tag, im gesamten Jahr sind es immer mindestens 8 Sonnenstunden. Natürlich kann man wie in allen Nationalparks und Tierschutzgebieten das Wild am besten während der trockeneren Jahreszeit an den Wasserstellen beobachten. Empfehlenswert für eine Safari in den Hwange Nationalpark ist also der Winter in den Monaten Mai bis September.

Der Hwange Nationalpark ist Heimat von über 100 Säugetierarten sowie zahlreichen Vogel- und Reptilienspezies. Man spricht von etwa 400 Vogelarten. Hier sind eine große Anzahl an Elefanten und Büffel, Impalas, Kudus sowie andere Antilopenarten wie Rappenantilopen (sable antilope), Giraffen, Zebras, Wasserböcke und weitere Tierarten des südlichen Afrikas anzutreffen. Dazu gehören auch Raubtiere wie Löwen, Geparden, Leoparden und weitere kleine Katzen und Raubtiere.

Was hat Hwange besonderes? Ich kann wie aus der Pistole geschossen immer wieder nur antworten: Somalisa Camp.

 

Mana Pools

Der Mana Pools Nationalpark gehört zu den besten Nationalparks, die der afrikanische Kontinent zu bieten hat und ist aus gutem Grund als UNESCO Weltnaturerbe gelistet. Seine Lebensader ist der Sambesi, dessen vier große Becken auch in der Trockenzeit mit Wasser gefüllt sind. In jeder Regenzeit verwandelt sich die Region in eine riesige Seenlandschaft. Neben den Flussauen des Sambesi und dem Blick über den Fluss in die Berge Sambias sind die vier Pools sicher die bekanntesten landschaftlichen Höhepunkte des Mana Pools Nationalpark, der sich von der Grenze Sambias, die mitten durch den Sambesi Fluss verläuft, bis hin zum mehr als 50 km entfernten Zambezi Escarpment, dem Sambesi-Steilhang, landeinwärts erstreckt. Entsprechend vielseitig ist die Vegetation des Mana Pools Nationalpark und sein Landschaftsbild. Die Flussauen des Sambesi sind in der Hauptsache mit den riesigen, schon legendären Anabäumen (Faidherbia albida) bewachsen, die in der kühlen, trockenen Jahreszeit ihre fein gefiederten Blätter tragen.

Die Tierwelt der Flussauen im Mana Pools Nationalpark ist stark vom Sambesi-Fluss beeinflusst, auf den die Tiere in der Trockenzeit zum Trinken angewiesen sind, wenn kleinere Wasserstellen im Busch ausgetrocknet sind. Im und am Wasser findet man Flusspferde und Krokodile. Elefanten kommen in der trockenen Jahreszeit besonders in der Hitze des Nachmittags ans Wasser. Gelegentlich sieht man sie auch den Fluss überqueren, entweder zu einer der zahlreichen Inseln oder nach Sambia, wo auch weite Teile der Flussauen geschützt sind. Riesige Büffelherden kann man in diesem Bereich antreffen, die Staubwolke, die sie aufwirbeln, ist oft weithin zu sehen.

Wenn man bereits eine Safari auf der anderen Seite in Sambia entlang des Sambesi gemacht hat, bedeutet das überhaupt nicht hier auf der Simbabwe Seite wird es genau so sein. Man Pools ist völlig anders. Es gibt auf dieser Seite nicht die kleinen Nebenflüsse ins Landesinnere, die Ufer sind hier sehr hoch und geradlinig. Das Landesinnere aber weitläufiger und mit größerer Tiervielfalt.

Highlights: Der  Mana Pools Nationalpark ist vor allem für seine exzellenten Kanu und Bootssafaris auf dem Sambesi und spannenden Safari zu Fuß bekannt. Andere Parks gibt es natürlich auch in Simbabwe, habe ich aber bisher noch nicht besucht. Und ganz ehrlich, wenn ich wieder nach Simbabwe reise wird es wieder das Somalisa Camp sein, welches ich zuerst ansteuere.

 

Beste Reisezeit Safari

Reisen nach Simbabwe sind ganzjährig möglich, das Klima ist subtropisch bis tropisch allerdings gemäßigt durch die Binnen- und Höhenlage des Landes. Das Jahr kann in drei Jahreszeiten eingeteilt werden, mit einer heißen Regenzeit von November bis März, einer kühlen Trockenzeit von Mai bis August und einer warmen Trockenzeit von August bis Oktober. Im afrikanischen Sommer ist es feucht und schwül-heiß (25-30 °C im Hochland), im Winter mit bis zu 25°C angenehm mild, allerdings kann es vereinzelt zu Nachtfrost von bis zu -5°C kommen. Die beste Zeit für Safaris sind die trockenen Monate von März bis November, von Juni bis September fällt so gut wie kein Regen.

 


Informationen & Buchung

Abendsonne Afrika GmbH Zur Unteren Mühle 1 D-89290 Buch
Phone +49 (0)7343 / 92998-0

www.abendsonneafrika.de